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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Immer mehr Tote durch Keime im Nordwesten

20.11.2014

Im Nordwesten Immer mehr Menschen im Nordwesten stecken sich mit multiresistenten Erregern an. So stieg die Zahl der Infektionen mit dem MRSA-Keim in den vergangenen drei Jahren im Landkreis Wittmund um 176 Prozent, in Cloppenburg um 156 und in Vechta um 134 Prozent. Das sind deutschlandweit die höchsten Zuwachsraten. Multiresistente Keime sind Erreger, bei denen kein Antibiotikum mehr anschlägt.

Große Multimedia-Reportage mit Grafiken und weiterführenden Links

Die Zahlen stammen aus der Auswertung der Abrechnungsdaten aller deutschen Krankenhäuser durch die Wochenzeitung „Die Zeit“, „Zeit online“ und das gemeinnützige Recherchebüro „Correctiv“. Den Daten zufolge sind bei mehr als 30 000 verstorbenen Patienten multiresistente Keime diagnostiziert worden. Experten gehen aber davon aus, dass die Zahl der Todesopfer durch derartige Erreger noch deutlich höher liegt.

Bei der Auswertung der Daten aus den 402 deutschen Landkreisen und kreisfreien Städten nehmen Kreise aus dem Nordwesten auffällig oft vordere Ränge ein. Extrem viele MRSA-Diagnosen pro 1000 Krankenhauspatienten gab es außer in Cloppenburg und Vechta zum Beispiel auch im Emsland, in Diepholz, Friesland und in der Wesermarsch.

Für Fachleute wie Dr. Bernard Braun vom Bremer Institut für Arbeitsschutz und Gesundheitsförderung ist das kein Zufall: „Das Kernproblem ist der massenhafte Einsatz von Antibiotika in der Landwirtschaft“, sagte er der NWZ . Das führe zu Resistenzen.

Einer Datenerhebung des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit zufolge wurden 2013 1452 Tonnen Antibiotika in der Tiermedizin eingesetzt. Der weitaus größte Teil wurde in den Postleitzahlbezirken 26, 48 und 49 verbraucht – im Nordwesten. „Das muss unbedingt reduziert werden“, fordert Braun.