IMMER - Versprechungen hat Ansgar Focke den Bewohnern aus Immer, Bürstel und Hestern keine machen können. Hoffnung hingegen schon: Mit einer kleinen Anfrage im Landtag und einem anschließenden Gespräch aller Abgeordneten aus der Region mit der Landesnahverkehrsgesellschaft hat der CDU-Landtagsabgeordnete den Bewohnern der Dörfer den Fahrplan aufgezeigt, der zu einem Haltepunkt Immer führen soll.

Erfolgreich sein könnte dabei eine Zwei-Schritt-Strategie, so Focke: Zunächst müsse geklärt werden, inwieweit sich das Schließen von Bahnübergängen oder die Installation von Schranken bereits auf die Fahrzeit der Züge ausgewirkt hat beziehungsweise dies durch bereits geplante Änderungen geschehen werde. Ergebnisse dazu soll die Anfrage liefern. Fockes Kalkül: Durch beschrankte Bahnübergänge oder Wegfall von ungesicherten Übergängen könnten die Züge schneller fahren und die Zeit für zusätzliche Stopps wieder reinfahren. In einem zweiten Schritt müsse dann geklärt werden, wo sich Züge auf der eingleisigen Strecke Delmenhorst – Vechta begegnen könnten, ohne den Takt zu ändern oder Anschlüsse zu verpassen. „Das könnte schwieriger werden“, so Focke angesichts der eingleisigen Strecke.

Diese beiden Punkte würden derzeit von Landesnahverkehrsgesellschaft und Nordwest-Bahn vor allem gegen zusätzliche Haltepunkte ins Feld geführt. Könnten beide Argumente entkräftet werden, wäre der Nachweis erbracht, dass ein Halt durchaus wirtschaftlich sein könne. Und dann steige die Chance auf einen Bahnhof in Immer, so der CDU-Abgeordnete. „Dann ist es eine politische Entscheidung für den ländlichen Raum oder dagegen.“

Dass in Immer und umzu zuhauf Interessierte wohnen, zeigte nicht nur die Befragung, mit der der Orts- und Heimatverein Bürstel-Immer 2008 den Bedarf eines Haltepunktes ermittelt hatte. Auch die fast 50 Anwohner, die sich Freitagvormittag eingefunden hatten, überraschten nicht nur Bürgermeisterin Alice Gerken-Klaas, sondern zeugten auch von dem Willen, den 1990 stillgelegten Bahnhof wiederzubeleben.

Werner Wachtendorf, Vorsitzender des Orts- und Heimatvereins, betonte, dass das Interesse an einem Haltepunkt „noch größer als 2008“ sei. „Viele Leute wären glücklicher.“ Einige Einwohner hätten deutlich gemacht, dass sie ihren Zweitwagen sogar abschaffen würden. Für Hans Witte wäre ein Halt eine große Möglichkeit, Fremdenverkehr nach Immer zu holen.


Notwendig, so Focke, sei eine enge Absprache mit Aschenstedt, wo eine Bürgerinitiative ebenfalls einen Haltepunkt erkämpfen will. „Nur gemeinsam können Sie das schaffen“. Andererseits drohe die Gefahr, dass beide Dörfer gegeneinander ausgespielt würden.

Bürgermeisterin Alice Gerken-Klaas sicherte die Unterstützung der Gemeinde zu: „Wir bleiben am Ball und lassen den Druck nicht nach.“

Markus Minten
Markus Minten Stadt Oldenburg und Ammerland (Leitung)