NWZ
befragten Experten und Makler.Clemens Ahrens (60), Bank- und Immobilienkaufmann und Mitarbeiter im Barßeler Immobilienbüro Leo Schlangen, kennt den Markt sehr genau. Er weiß, dass vor allen Dingen kleine und ebenerdige Wohnhäuser gesucht werden. Ahrens: „Sie sollten nach Möglichkeit seniorengerecht ausgebaut sein.“ Das Angebot an derartigen Objekten sei auf dem Barßeler Immobilienmarkt jedoch leider „eher knapp“, sagt der Experte. Einfamilienwohnhäuser im oberen Preissegment ließen sich kaum absetzen. Gesucht würden eher Objekte im niedrigen Preisniveau.
Auffällig sei zudem, dass viele Interessenten eher eine „zentrale Lage mit kurzen Wegen zu den Versorgungseinrichtungen“ bevorzugten. Ahrens: „Es wird immer schwieriger, abgelegene Häuser zu verkaufen.“ Gesucht würden Objekte vorwiegend von älteren Interessenten. Sie kämen aus der Gemeinde Barßel, aber auch aus den großen Ballungsgebieten. Allerdings fehlten Bauplätze. Ahrens: „Da gibt es Nachfragen, die wir aber kaum bedienen können.“
Im Mietwohnungsbereich sieht Ahrens eine ähnliche Entwicklung. Gesucht würden Wohnungen für Einzelinteressenten, Familien und Senioren. Ahrens: „Es gibt dort eine starke Nachfrage, die der Markt allerdings nicht erfüllen kann.“
Auch Marianne Brand (51), Immobilienberaterin bei der Landesparkasse zu Oldenburg (LzO) in Friesoythe, kennt den Barßeler Immobilienmarkt sehr gut. Auch sie hat eine verstärkte Nachfrage nach Wohnungen für Senioren ausgemacht. Marianne Brand: „Barßel ist bei der älteren Generation sehr beliebt. Das ist für die Gemeinde eine große Zukunftschance.“ Ältere Interessenten kämen größtenteils aus dem Ruhrgebiet. Aktuell hat die Immobilienexpertin 15 Einfamilienhäuser in der Gemeinde Barßel im Portfolio. Doppelhäuser, Reihenhäuser und Einfamilienhäuser liegen im Trend, sagt Marianne Brand.
Barßel sei ein guter Markt, auf dem sich viel bewege. Auch Marianne Brand weist auf ein zu geringes Angebot an Eigenheim-Bauplätzen in Barßel hin.
Bei der Spar- und Darlehnskasse (Spadaka) in Friesoythe ist Karl-Heinz Looschen (35) für den Barßeler Immobilienmarkt zuständig. Der Verkauf von Einfamilienhäusern sei in Barßel schwierig, sagt der Experte. Allerdings seien Objekte für Kaufpreise von unter 100 000 Euro leichter zu vermarkten. Looschen: „Oft möchten die Eigentümer die investierten Werte bei einem Verkauf realisieren. Das gibt jedoch der Markt nicht her.“ Wohl aber seien Familien-Immobilien im Segment bis 150 000 Euro gefragt, „weil man für das Geld nicht neu bauen kann“.
Auch Karl-Heinz Looschen hat eine steigende Nachfrage nach Immobilien durch ältere Interessenten ausgemacht. Das liege auch an der guten Infrastruktur im Bereich Fremdenverkehr.
