Hannover - Trotz erheblicher Fortschritte ist der Impfschutz von Kindern in Niedersachsen und Bremen weiter lückenhaft. Auch wenn mehr als neun von zehn Kindern die empfohlenen Impfungen inzwischen bis zur Einschulung erhalten, geschieht dies nach Einschätzung des Robert- Koch-Instituts (RKI) bei Masern nicht rechtzeitig und im zur Überwindung der Krankheit nötigen Umfang. Bei den Standardimpfungen für Kinder gegen Masern, Mumps, Röteln und Hepatitis B müssen die Impfquoten aus Sicht der Experten weiterhin verbessert werden.

Nach den von der Techniker Krankenkasse (TK) ausgewerteten RKI-Daten verfügten 2012 fast 93 Prozent der niedersächsischen Erstklässler über einen vollständigen Schutz gegen Masern. 2006 lag die Quote nur bei knapp 82 Prozent. Um die Masern zu besiegen, hat die Weltgesundheitsorganisation ein Impfziel von 95 Prozent vorgegeben.

Gründe für einen fehlenden Impfschutz seien, dass Kinder am vorgesehenen Termin erkrankten und die Impfung dann vergessen werde, sagte der Infektionsschutz-Referent des Ministeriums, Fabian Feil. Außerdem gebe es Eltern, die Impfungen kritisch gegenüberstehen. Nach einer 2011 im Auftrag der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung vorgenommenen Befragung haben 64 Prozent der Eltern keine Vorbehalte gegenüber dem Impfen. 35 Prozent sind skeptisch und ein Prozent Impfgegner.