Berlin - Der Vorrat an Impfstoffen wird knapp. So können Mittel, die gegen beispielsweise Diphterie oder Polio wirken, erst wieder im kommenden Jahr geliefert werden. Auch die Grippeschutzimpfung ist betroffen. Dies bestätigte das für die Zulassung von Impfstoffen zuständige Paul-Ehrlich-Institut (PEI).

Grund für die Lieferengpässe sei laut Herstellern die unerwartet starke Nachfrage. Pharmakonzerne sprechen jedoch eine Warnung davor aus, die Knappheit auf die aktuelle Flüchtlingskrise zurückzuführen. „Man muss das ganz klar sagen: Die Lieferengpässe, die derzeit in Deutschland bestehen, hätten wir auch ohne die Flüchtlinge. Die Nachfrage ist weltweit gestiegen – und das lokale Angebot kann da nicht sofort Schritt halten“, sagte der Geschäftsführer von Sanofi Pasteur MSD, Klaus Schlüter. Der Konzern ist Produzent und Lieferant von Impfstoffen.

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) hatte am Dienstag in Köln gemahnt, dass Flüchtlingskinder „zu ihrem und dem Schutz aller“ geimpft werden müssten.

Unterdessen seien Kommunen und Bundesländer in Gesprächen, um mit Pharmakonzernen eine Lösung für die Knappheit der Impfstoffe zu finden. Schlüter sagte hierzu, dass eine Nachproduktion nicht möglich sei, da sie sechs Monate Vorlauf brauche. Es werde aber versucht, „von unseren Standorten in Europa größere Kontingente des Influenza-Impfstoffs nach Deutschland umzuleiten, um den gestiegenen Bedarf abdecken zu können.“

Der britische Pharmakonzern GlaxoSmithKline (GSK), der als einer der weltweit größten Hersteller von Impfstoffen gilt, spricht in Hinblick auf die Bewältigung der Situation von einer „Herausforderung“.