Oldenburg - Etwa 7400 Kilometer, zum Teil über Schotterpisten, liegen zwischen Start und Ziel. Zehn Grenzübergänge sind zu überwinden, etwa 35 Tage sind die Lastwagen – darunter Kühltransporte – im Schnitt unterwegs: Eine logistische Meisterleistung ist die Versorgung der deutschen Soldaten in Afghanistan mit Lebensmitteln.
Von Oldenburg geht die Reise über Polen, Litauen, Lettland nach Russland. Es folgen Kasachstan, Kirgisistan und Tadschikistan, bevor der Transport das deutsche Lager in Masar-i-Scharif erreicht.
In Spitzenzeiten wurden bis zu zwei Dutzend 40-Tonner-Lastwagen mit jeweils 20 Tonnen Nutzlast pro Woche auf den beschwerlichen Weg geschickt. „Derzeit sind es drei pro Woche“, berichtet Dirk Zillmer, im Verpflegungsamt für Einsatzverpflegung und Logistik verantwortlich. „Lufttransporte wären ungleich teurer, und der Seeweg steht wegen der geschlossenen Grenze zwischen Pakistan und Afghanistan nicht zur Verfügung.“
Eine Spedition aus Mannheim hat den Auftrag von der Bundeswehr übernommen. Eine besondere Herausforderung für die Fahrer sind nicht nur die langen, beschwerlichen Wege. Zum Beispiel ist zwischen Kirgisistan und Tadschikistan das Pamir-Gebirge zu überwinden mit ungesicherten Passstraßen, die nach deutschen Maßstäben nicht einmal für Autos freigegeben werden dürften.
Besonders aufwändig sind die Grenzkontrollen. „Ein Transportbeleg umfasst bis zu 120 Seiten“, berichtet Zillmer. „Er muss in deutsch, englisch, russisch und manchmal noch in französisch vorliegen,“ Zehn Ausfertigungen führt jeder Fahrer mit – für jeden Grenzübergang eine. Mit den Zollbeamten ist nicht zu spaßen. Wegen einer Abweichung zwischen Ladung und Papieren wanderte ein Fahrer für mehrere Wochen hinter Gitter. „Das passiert jetzt nicht mehr; wir haben uns auf die Anforderungen des russischen Zolls eingestellt.“
Ursprünglich rollten die Transporte durch Usbekistan. „Doch die Grenzen wurden geschlossen, deshalb sind wir auf eine Route nordöstlich ausgewichen.“ Ein Umweg von 1200 Kilometern und elf Tagen.
Trotzdem verläuft der Transport erfolgreich. Zillmer: „Wir haben noch keinen einzigen Laster verloren.“
