Achternmeer - „Hätt’ ich das gewusst. . .“ Bei Dieter Greive geht seit Wochen nichts mehr. Weder Telefon noch Internet funktionieren in seinem Baumschulbetrieb in Achternmeer. Und das in der Hochsaison. Um die Firmenkommunikation notdürftig aufrecht zu erhalten, nutze er das Handy und habe Anrufe, Faxe und Mails provisorisch zur Privatadresse umleiten lassen. Regelmäßig pendele er zwischen Heim und Firma hin und her. Das kostet Nerven. Und Zeit. Dabei wollte Greive eigentlich Zeit gewinnen und längst schnelles Internet nutzen. Doch damit begannen die Probleme.
Zum Anfang: 2013 hatte sich der Südmoslesfehner entschlossen, zum Herbst 2014 von der Telekom zur EWE Tel zu wechseln. Eine Reaktion auf den Ausbau des DSL-Netzes. Als dann Anfang Oktober das DSL-Endgerät kam, dachte er, „jetzt wird der Anschluss wohl gemacht“. Am Morgen des 20. sei das Telefon dann tot gewesen; bei der Telekom habe er erfahren, dort kein Kunde mehr zu sein.
Was folgte, war eine Odyssee: Immer wieder habe er bei der EWE angerufen, bei der Servicenummer wie der Störungsstelle. „Ich bin vertröstet und vertagt worden, es kamen keine Rückrufe“, berichtet Greive. Auch im Servicepunkt in Oldenburg sei er gewesen.
Zwischenzeitlich, erzählt Greive, sei er auf einen normalen Anschluss zurückgeschaltet worden, so dass zumindest das Telefon wieder klingelte. Als er erfuhr, dass zum 12. November auch die Schaltung aufs schnelle Internet erfolgen solle, schien zunächst alles gut. Ein Techniker kam auch – allerdings nicht zu Greives Betrieb, sondern zu einer Adresse am Denkmalsweg, wo er ehemals wohnte, und rückte unverrichteter Dinge wieder ab. Mehrere Termine für eine Schaltung seien seither genannt worden – zuletzt an diesem Mittwoch.
Bei EWE Tel bedauert man die Probleme, spricht aber von einem „individuellen Einzelfall“ und verweist darauf, dass das Unternehmen auf die Telekom angewiesen sei.
Bei der Umschaltung habe es einen technischen Fehler gegeben, so EWE-Tel-Pressesprecherin Anne-Christin Klare. Problem sei offensichtlich, dass der Betrieb mitversorgt werde über ein Verbindungskabel von Greives einstiger Adresse am Denkmalsweg. Die Nutzung einer solchen Verbindungsleitung verneint Greive: Das sei bereits „vor Jahren“ geändert worden. Für EWE Tel-Sprecherin Katja Schmitt-Völsch kurzfristig nicht zu klären, da man keinen Zugriff auf die Infrastrukturdaten der Telekom habe.
