Oldenburg - Schönes Anschauungsmaterial in Sachen Kunstgeschichte finden Schüler des Herbartgymnasiums nach den Sommerferien im Foyer ihres eigenen Gebäudes: Die Stadtverwaltung nutzt die unterrichtsfreien Wochen, um im Eingangsbereich architektonische Details aus der Anfangszeit der 1844 gegründeten Schule wieder zum Vorschein zu bringen. „Wir machen Altes wieder sichtbar“, erklärt Architektin Gitta Köller vom städtischen Eigenbetrieb für Gebäudewirtschaft und Hochbau (EGH). Sie hat den mit 50 000 Euro kalkulierten Sanierungsplan in Abstimmung mit ihrer Kollegin Hilke Kleen vom Fachdienst „Bauordnung und Denkmalschutz“ erarbeitet.
Ausgangspunkt war die Notwendigkeit, bauliche Mängel bei den im Deckenbereich verlegten Elektroleitungen zu beseitigen und Brandschutzauflagen zu erfüllen. Das hat die Verwaltung zum Anlass genommen, um auch die stark beschädigten Kapitelle von vier Eckpilastern zu rekonstruieren.
Kugelpendelleuchten
Die Wiederherstellung der figürlichen Darstellungen hat die Stadt bei der auf solche Stuckarbeiten spezialisierten Firma Butt in Lübeck in Auftrag gegeben. Bei den Sanierungsarbeiten wurden auch bislang verkleidete Verzierungen an den Köpfen von drei Stützsäulen freigelegt und restauriert. Pilaster und Säulen erhalten einen neuen beigefarbenen Anstrich, der dem ursprünglichen Grundton nachempfunden ist. Eine neue Beleuchtung wird das restaurierte Foyer künftig ins rechte Licht setzen: Verwendet werden Kugelpendelleuchten – „die sind typisch für alte Gebäude“, erläutert Gitta Köller. Ein Zugeständnis an die Moderne mussten Planer und Denkmalschützer indes machen: An einer Wand im Foyer wird ein großer Bildschirm mit einem digitalen Vertretungsplan angebracht.
Schon 2013 war die Treppe zum Obergeschoss in den Originalzustand zurückversetzt worden. Tritt- und Setzstufen wurden mit Eichenholz erneuert. Das alte Foyer soll im neuen Glanz beim Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 13. September, der Öffentlichkeit vorgestellt werden.
Die Foyer-Sanierung im Herbartgymnasium ist eine von zahlreichen Schulbaustellen der Stadt in den Sommerferien. „Insgesamt stehen uns in diesem Jahr 8,2 Millionen Euro für die Instandhaltung und Instandsetzung zur Verfügung“, sagt EGH-Leiter Bernard Krause. „Die Zahl macht deutlich, dass nicht alle Arbeiten auf die Ferien reduziert werden können.“ Allerdings sollen zum Schulbeginn am 3. September eine Reihe von Projekten abgeschlossen sein. Als Beispiele nennt Krause die im vorigen Jahr begonnene Fassadensanierung und die Erneuerung des Eingangsgebäudes am Neuen Gymnasium (750 000 Euro), die in den „letzten Zügen“ liege, und die Grundsanierung der Oberschule Osternburg. Dort soll der vierte Bauabschnitt, der den Verwaltungstrakt betrifft, nach den Sommerferien in Betrieb genommen werden.
IGS-Mensa fast fertig
An der IGS Kreyenbrück läuft gerade die „Bauschlussreinigung“ in dem für rund zwei Millionen Euro über eineinhalb Jahre umgebauten und sanierten Bestandsgebäude, informiert Krause. Ebenfalls so gut wie fertig: die für 1,7 Millionen Euro umgebaute Mensa an der IGS Flötenteich. Dort soll nach den Sommerferien wieder aufgetischt werden können.
