Oldenburg - Bauzinsen sind historisch niedrig, Sparzinsen auch – da lohnt sich die Investition ins neue oder alte Haus. Inspirationen, was man da tun kann, finden sich an diesem Wochenende in geballter Form auf der Messe „Nordhaus“ in der Weser-Ems-Halle, die an beiden Tagen von 10 bis 18 Uhr geöffnet ist.

Und das ganz handfest: Mitten in der neuen EWE-Arena etwa wird gemauert. Auszubildende, die zurzeit beim Bau-ABC in Rostrup Kurse absolvieren, setzen dort nicht nur Stein auf Stein, sondern Motive und Schriftzüge aus farbig differierenden Ziegeln in die Schauwände.

Eine von ihnen ist Martina Holtvogt (24) – und die hat eine besondere Geschichte zu erzählen. Eigentlich hat die junge Frau aus Garrel Rechtsanwalt- und Notarsgehilfin gelernt und dann als Bürokraft in einem Bauunternehmen angeheuert. Schnell merkte sie aber, dass sie den Schreibtisch gern mit der Baustelle tauschen würde. Ihrem Chef sagte sie: „Ich will Bauleiterin werden!“

Er unterstützte sie, sie machte den technischen Fachwirt, lernt jetzt Maurer, als nächstes steht der Meister an. „Mir gefällt’s“, sagt Martina Holtvogt. Fazit: Wer was über Bauberufe und ihre Faszination erfahren will, der sollte sich an diesem Stand umhören.

Gleich daneben werben die Ziegelhersteller für ihren Baustoff. Georg-Wilhelm von Frydag, Chef der Olfry-Ziegelwerke in Vechta, ist einer von mehreren Fabrikanten, die in diesem Jahr einen der Messeschwerpunkte ausmachen. „Im Einfamilienhausbau ist der Ziegel immer noch gesetzt“, sagt von Frydag. Bei größeren Bauprojekten aber war das in den vergangenen Jahren nicht immer so. Inzwischen nehme die Bedeutung aber wieder zu: „Das Beispiel des ,Quartiers Amalie’ von Kubus-Immobilien zeigt aber, dass Ziegel und Klinker wieder im Kommen sind“, meint von Frydag.


Auf ganz anderes Material setzt Thomas Küster, Architekt bei der Unternehmensgruppe „Holzwerk" aus Westerstede. Holzhäuser seien schnell aufgebaut und sehr flexibel, berichtet er. So habe das Unternehmen unlängst ein Haus für ein Paar gebaut, das in ein paar Jahren nach Neuseeland auswandern will. „Das Haus wird dann verschifft“, sagt Küster. Für den Normalbürger seien Wohnklima und schmale Wände einige der Argumente pro Holzhaus – auch wenn es etwas teurer ist, als Massivbau, „weil da in der Regel mehr Ideen drinstecken.“

Wer nicht gleich ein neues Haus braucht, findet auf der Messe auch jede Menge Beratung zum energieeffizienten Sanieren, Bad-Ideen und Dinge für den Garten, Werkzeug, neue Bodenbeläge für drinnen und draußen aus Stein mit grenzenlosen Dekor-Möglichkeiten, Schläuche, die sich von zehn auf dreißig Meter stretchen lassen, Öfen, Garagen – und auch einen 3-D-Druck der Cäcilienbrücke.