Nordenham - Die orange-gelbe Kranspitze ragt weit über den 50 Meter hohen Rathausturm hinaus. An dem Ausleger baumelt eine Gondel, mit der zwei Bauarbeiter langsam an der Fassade hoch- und runterfahren. Ihr Auftrag besteht darin, die Außenhaut des Bauwerks auf Schäden zu untersuchen. Unter den Spaziergängern, die den Männern am Montag aus sicherer Entfernung zusehen, sind nur wenige, die sie um diesen waghalsigen Job beneiden.

Wie berichtet, lässt die Stadt Nordenham die Turmfassade aus Sicherheitsgründen begutachten und dabei auch gleich ausbessern. Die Bauarbeiter entfernen lose Betonstücke und dichten die Schadstellen ab.

Für eine Bewertung des baulichen Zustandes ist es am Montag noch zu früh gewesen. Die beauftragte Firma braucht noch einige Zeit, um die gesamte Fassade zu überprüfen. Laut Terminplanung ist vorgesehen, dass die Walther-Rathenau-Straße in Höhe des Rathausturms bis einschließlich Mittwoch, 2. September, für den Verkehr gesperrt bleibt. „Wie schnell die Arbeiter fertig werden, hängt auch vom Wetter ab“, sagt Peter Kania, der im Rathaus das Amt für Stadtentwicklung und Bauordnung leitet.

Wenn der Bericht vorliegt, muss die Stadt entscheiden, wie es mit dem 1972 errichteten Turm weitergehen soll. Sanierung oder Abriss lautet die Frage. Das Bauwerk hatte 20 Jahre lang dem Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverband als Wasserturm gedient und beherbergt seitdem Büroräume der Stadtverwaltung. Seit 2000 gehört das Gebäude der Stadt Nordenham.