Petersdorf/La Paz - La Paz, Regierungssitz Boliviens, gelegen auf 3200 bis 4100 Metern Höhe – „ganz schön hügelig“, sagt Annelene Sprock. Der volle Name der Stadt lautet „Nuestra Señora de La Paz“, übersetzt „Unsere Liebe Frau des Friedens“. Als einen friedlichen Ort mit herzlichen Menschen, so hat Annelene Sprock La Paz erlebt. Von der zunehmenden Gewalt und Kriminalität, vor der auch das Auswärtige Amt warnt, hat sie nichts gespürt. Die Schülerin des Albertus-Magnus-Gymnasiums (AMG) in Friesoythe hat mehr als drei Monate in der Deutschen Schule „Mariscal Braun“ verbracht. Anfang September war sie zurückgekehrt, noch immer sprudelt sie förmlich über, wenn sie von ihren Erlebnissen spricht.
Sie war gemeinsam mit Annika Bley, ebenfalls Schülerin am AMG, nach Bolivien geflogen, begleitet wurden sie zunächst von Brigitte Fabian, die den Austausch betreut. Sehr herzlich sei der Empfang bei der Gastfamilie, den Montalvos gewesen, so Annelene Sproch. Tochter Carolina kannte sie bereits vom Besuch der Bolivianerin in Friesoythe im vergangenen Jahr.
Allein die Verständigung war eine kleine Herausforderung, sprechen die Eltern ihrer „Austauschschwester“ doch weder Deutsch noch Englisch. Ein Intensivkursus Spanisch zu Beginn sollte Sprach-Lücken füllen. Doch schon nach zwei Tagen ging es in die Ferien. Aber, erzählt Annelene Sprock: „Sich immer mit der Familie auf Spanisch verständigen zu müssen, das schulte.“ Auch der Unterricht nach dem Ende der Ferien sei zumeist auf Spanisch gelaufen. Nicht nur die Schule, vor allem das Land habe sie beeindruckt. Dabei hatte der erste Blick im Landeanflug auf La Paz trister nicht sein können. Nicht verputzte Häuser säumten die Straßen. Erst im Nachhinein habe sie erfahren, dass die Bewohner dadurch Steuern sparen.
Einen tieferen Eindruck vom südamerikanischen Land erhielt die 16-jährige Petersdorferin auf einer achttägigen Rundreise über Oruro und Sucre. Auch die weltgrößte Salzwüste in Uyuni stand auf der Route. „Ich habe den Boden probiert, es war wirklich Salz“, sagt Annelene Sprock mit einem Lachen. Der „Salar de Uyuni“ und der Horizont flossen ineinander, eine Abgrenzung kaum zu sehen – ein „faszinierender Anblick“.
Übernachtet hatte die Gruppe in einem Salzhotel – „ein echtes Erlebnis“, sagt Annelene Sprock. Selbst Betten und Tische seien aus Salz hergestellt worden. Beeindruckend auch die Laguna Colorada, die in verschiedenen Farben strahlenden Lagunen. Auch den Titicacasee hat sie gesehen, ist zudem in den Tropen gewesen.
Turbulent gestaltete sich die Rückreise. Kräftig Übergepäck, überbuchte Flüge und nervenaufreibende Wartereien und Umstiege. Zu allem Überfluss verlor Annelene Sprock auf Zwischenstation in Madrid noch ihren Reisepass. „Zum Glück waren wir schon in Europa und ich konnte mich mit dem Personalausweis ausweisen.“ Die Freude, wieder Zuhause in Petersdorf anzukommen: überwältigend. Freunde begrüßten sie mit einem Banner „Willkommen Zuhause“.
Viele Erlebnisse hat Annelene Sprock aus ihrem Bolivien-Aufenthalt mitgenommen, die meisten positiv. Unsicher seien aber die Straßen in La Paz gewesen, der Verkehr zuweilen chaotisch. Nicht umsonst wird gerade vor Überlandfahrten bei Nacht mit dem Bus gewarnt.
An die Fahrt erinnern wird sie auch das Essen, ein Rezept hat mitgebracht: „Empanadas de Pollo“, mit Hähnchenfleisch gefüllte Teigtaschen, „sehr lecker“. Noch einmal nach Bolivien? „In jedem Fall wieder“, sagt Annelene Sprock. Vor Mitschülern und Lehrern hat sie auch schon über Erfahrungen berichtet.
