Spohle - Auf eine zunehmende Entfremdung der Bevölkerung von der Landwirtschaft selbst auf dem Land machte die parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, Dr. Maria Flachsbarth, am Dienstag bei der Generalversammlung des Ammerländer Landvolkverbandes im Spohler Krug aufmerksam. Angesichts der Tatsache, dass der Landwirtschaft auch heute eine besondere Bedeutung bei der Ernährung sowie bei der Energieversorgung und der Pflege der Kulturlandschaft zukomme, forderte sie eine Diskussion über die Akzeptanz der modernen Landwirtschaft in der Gesellschaft. „Die Landwirtschaft muss wieder in die Mitte der Gesellschaft gerückt werden“, betonte die Abgeordnete.
Zuvor hatte Landvolk-Vorsitzender Manfred Gerken, der neben dem stellvertretenden Landrat Rüdiger Kramer sowie den Bürgermeistern der umliegenden Gemeinden unter anderem auch den CDU-Bundestagsabgeordneten Stephan Albani begrüßte, die derzeitige Befindlichkeit der Landwirte verdeutlicht, die die politische Klasse „zunehmend als Bedrohung für ihre Höfe“ sähen. Gerken sprach in diesem Zusammenhang eine überbordende Bürokratie gerade im Hinblick auf die Europäische Union sowie „mangelndes wissenschaftliches Fachwissen auch in Teilen der Politik“ an. Die „veröffentlichte Meinung“ und auch die öffentliche Meinung übten zudem derzeit immer mehr Druck auf die Bauern aus, wie die Diskussionen des vergangenen Jahres über Stallbauten, Tierschutz und Bodennutzung gezeigt hätten. Gerken appellierte dabei auch an die Bevölkerung, die vielen Dinge, die doch bereits angelaufen und beschlossen seien, erst einmal wirken zu lassen. Gegebenenfalls könne man dann nachjustieren.
Aus der Versammlung heraus wurde angesichts des öffentlichen Drucks und negativer Veröffentlichungen in den Medien eine intensivere Öffentlichkeitsarbeit angemahnt. „Jede Woche wird eine neue Sau durchs Dorf getrieben“, sagte ein Landwirt.
Die Staatssekretärin informierte die Landwirte über die noch nicht verabschiedete Düngeverordnung („Ziel ist, eine praxisgerechte und standortangepasste Lösung zu finden“), über die Initiative Tierwohl („Wir haben da die ganze Wertschöpfungskette im Blick“) und über den Antibiotika-Einsatz vor allem in der Tiermast („Da gibt es bezüglich der Resistenzen große Sorgen in der Bevölkerung“). Bei der Frage eines Landwirts, warum denn dann nicht mehr homöopathische Mittel für die Anwendung bei Lebensmittel liefernden Tieren zugelassen werden, musste die Staatssekretärin allerdings passen, versprach aber, eine Antwort nachzuliefern.
Nach 25 Jahren im Gesamtvorstand schied Detlef Lohse aus Ekern, zuständig für den Bereich Genossenschaften im Ammerland, aus. Manfred Gerken lobte die stets sachliche und ruhige Art Lohses, der 1991 dazugewählt worden war. Für ihn kam Hergen Heineke aus Neuenkruge neu in den Gesamtvorstand.
Die Beiträge bleiben mit 45 Euro Grundbetrag und vier Euro je Hektar gleich.
