Düngstrup - Wer in Wildeshausen auf der Visbeker Straße stadtauswärts fährt und den Blick etwas nach links wendet, sieht die Windenergieanlagen in Düngstrup. Acht Windräder ragen dort in den Himmel – noch. Sie werden nun Stück für Stück abgebaut und durch vier neue, höhere Anlagen ersetzt.
Am Kreisverkehr Visbeker Straße/Westring sowie an der Visbeker Straße Ecke Kreisstraße 246 liegen Metallplatten zur Stabilisierung der Straße und als Hilfe für die Schwerlasttransporter. In Düngstrup wurde die Hauptkreuzung verbreitert, damit die riesigen Fahrzeuge die Kurve kriegen.
Zwischen Maisfeldern sind die Fundamente für die neuen Windenergieanlagen bereits zu sehen. Fachleute bauen gerade den Schwerlastkran auf, mit dem die alten Anlagen abgebaut und die neuen errichtet werden.
„Die alten Anlagen sind nach Osteuropa verkauft worden“, sagt Gerd Hespe-Meyer (64) aus Düngstrup, einer der Anteilseigner des Windparks. Die Firma Westwind Energy aus Kirchdorf, die die neuen Anlagen baue, habe die alten Anlagen übernommen und verkauft. Am Jahresende sollen die neuen Windenergieanlagen ans Netz gehen und die alten bis dahin auch abgebaut sein, so Hespe-Meyer.
Die alten Windenergieanlagen von Nordex drehen sich seit April 2000 in Düngstrup und liefern jeweils 1,3 Megawatt Strom. Sie sind 100 Meter hoch. Die neuen Windräder sind deutlich leistungsstärker. Jede der vier Enercon E-115 leistet drei Megawatt. Die Nabe ist 149 Meter hoch, die Gesamthöhe 207 Meter. Der Rotordurchmesser beträgt 116 Meter. „Rechnerisch schafft jede der neuen Anlagen so viel Strom wie sieben der alten Anlagen“, erklärt Hespe-Meyer.
Nach Angaben der Firma Westwind Energy produziert der neue Windpark mit seinen zwölf Megawatt jährlich rund 35 Millionen Kilowattstunden Windstrom. Das entspreche einem Jahresstrombedarf von etwa 10 000 Haushalten und somit mehr, als Wildeshausen benötigt. Dadurch würden 26 000 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr vermieden.
Die Investitionskosten beziffert Gerd Hespe-Meyer auf rund 30 Millionen Euro. Für eine Anlage sollen Bürger aus Düngstrup und den Dörfern drum herum Anteile zeichnen können. „Das war mir wichtig“, meint der Energiewirt. „Es geht um die Leute, die direkt von den Windkraftanlagen betroffen sind.“ Er spricht von einer Beteiligung in Höhe von 1,2 Millionen. Die genaue Summe, der Verteilungsmodus und die anderen Bedingungen stünden aber noch nicht fest.
