Berlin - Tempo 30 in der Stadt – und zwar auf allen Straßen: Das fordert das Umweltbundesamt. „Tempo 30 bringt bessere Luft, flüssigeren Verkehr und weniger Unfälle – und man ist in der Regel genauso schnell unterwegs“, sagte Präsidentin Maria Krautzberger am Freitag. Zwar könnten auf bestimmten Straßen auch höhere Geschwindigkeiten erlaubt werden, aber 30 Stundenkilometer solle die Regel sein. Das sagen andere zu dem Vorschlag:
Deutscher Städtetag: Hauptgeschäftsführer Helmut Dedy hält es für geboten, eine solche Regelung erst einmal in einzelnen Städten zu erproben. Dann ließen sich die Folgen für den Verkehr, die Akzeptanz der Bevölkerung und die Auswirkungen auf Luftschadstoffe und Lärm besser beurteilen.
Deutscher Städte- und Gemeindebund (DStGB): Die Organisation sieht die Lösung der Verkehrsprobleme in einem konsequenten Ausbau von Bus und Bahn, des Radverkehrs und der digitalen Verkehrsführung. „Es ist ein weit verbreiteter Irrglaube, man könne mit immer mehr Verboten und Einschränkungen nachhaltig Probleme lösen“, sagte DStGB-Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg.
Verband der Automobilindustrie (VDA): Dieser hat technische Einwände. Bei Tempo 30 werde meist in einem niedrigeren und damit ungünstigeren Gang gefahren, damit erhöhten sich Verbrauch und CO
Verkehrsministerium: Auch hier hält man wenig von einer generellen Tempo 30-Regelung. Dies sei nicht geplant, teilte das Ministerium mit. Sie schränke die Entscheidungsfreiheit der Kommunen ein und bremse den Verkehr auf den Hauptverkehrsstraßen unverhältnismäßig, auf denen zwei Drittel des Verkehrs innerorts abgewickelt werde. Die geltende Regelung sei ausreichend.
