Varel/Hannover - Wann wird der moderne Batteriespeicher in Varel gebaut? Die Pläne des japanischen Unternehmens Nedo, an der Oldenburger Straße eine solche Energieanlage zu errichten, sind am Montag bei einer Anhörung im Umweltausschuss des niedersächsischen Landtags erörtert worden. Bei der Entwicklung solcher Anlagen forderten Vertreter der Wirtschaft während der Sitzung in Hannover mehr Tempo.
Mehr Tempo gefordert
„Wann wollen wir denn endlich anfangen, einen großen Energiespeicher zu entwickeln? Das geht doch nicht über Nacht. Wenn wir so etwas in zehn Jahren für die Industrie nutzen wollen, müsste es die Systeme jetzt schon geben“, kritisierte Renate Klingenberg vom Verband der Chemischen Industrie.
Varel könnte dabei Vorreiter werden. Das japanische Kaiserreich wolle womöglich noch in diesem Jahr gemeinsam mit dem Energieversorger EWE und dem deutschen Staat einen Großspeicher für Energie bauen. Die Anlage soll auf dem Gelände des Umspannwerks, das sich im Besitz der EWE befindet, parallel zur Autobahn 29 entstehen. Laut Matthias Brückmann, Vorstandschef der EWE, sollten im Zuge des Energiewendeprojekts „Enera“ mehr als 30 Millionen Euro investiert werden.
„Das ist ein Hoffnungszeichen“, sagt Frieslands Landrat Sven Ambrosy, der ebenfalls in den Umweltausschuss zur Anhörung geladen worden war. Es liegen zwei Entschließungsanträge vor, in denen sich die Landtags-Fraktionen fast einhellig für neue Schwerpunkte in der Energiepolitik aussprechen.
Der geplante Batteriespeicher in Varel ist neben den Offshore-Windparks in der Nordsee und dem Breitbandausbau eines der drei großen Themen bei der öffentlichen Verbandsversammlung der EWE am Freitag. In dieser sind die kommunalen Anteilseigner vertreten. Danach findet eine nichtöffentliche Verbandsausschusssitzung statt.
Breite Mehrheit in Politik
Die Politik ist von dem Projekt in Varel bereits überzeugt. Bei der Anhörung im Umweltausschuss gab es eine breite Mehrheit für den Wunsch nach besseren Energiespeichern, in denen erzeugter Strom für spätere Nutzung „festgehalten“ werden kann. Dies sei vor allem dann nötig, wenn sich Deutschland noch stärker auf Erneuerbare Energien wie Wind, Strom und Wasser stützt.
Das „Enera“-Förderprojekt wurde zum 1. Januar bewilligt, nun fließen die Gelder (siehe Infobox). „Jetzt wird es konkret, und wir können mit den Planungen beginnen“, sagte EWE-Sprecher Volker Diebels auf NWZ -Nachfrage.
