Dringenburg/Rosenberg - Munter fließt die Wapel zwischen den Gräsern und zirpenden Insekten an der Landkreisgrenze zwischen Ammerland und Friesland hin und her. Erst seit Kurzem kann sich die Wapel, ein Nebenfluss der Jade, so durch die Landschaft schlängeln – mit schwerem Gerät wurde eine Flussstrecke von bislang einem Kilometer Länge durch den neuen, kurvenreichen Verlauf auf 1,4 Kilometer erweitert.
Chance bei Wettbewerb
Die Renaturierung der Wapel wurde vom Sportfischerverband im Landesfischereiverband Weser-Ems geplant, Initiator war die Molkerei Ammerland in Dringenburg. Nun hat die Wapel im „neuen Gewand“ Chancen, auch Preisträger zu werden. Kürzlich besuchte eine siebenköpfige Expertenjury des landesweiten Wettbewerbs „Bach im Fluss“ das Projekt.
Wo während der Baumaßnahmen noch überall braune Erde zu oberst lag, konnte die Jury nun auf saftigem, grünen Gras und weichem Boden umherstapfen. Biologe Dr. Jens Salva, der die Renaturierung beaufsichtigt hatte, führte die Experten-Jury am neu angelegten Flussbett entlang. Der Verlauf wurde neu trassiert und das Gefälle wieder hergestellt.
Bei der Begehung ebenfalls dabei waren Mitglieder vom Sportfischerverband und außerdem Armin Tjards (stellvertretender Geschäftsführer) sowie Bettina Freese (Projektmanagerin) von der Molkerei Ammerland.
In einem ersten Auswahlverfahren hatte es die Wapel von insgesamt 31 Projekten bereits in die engere Auswahl geschafft. 13 Projekte werden nun in diesen Tagen von der Jury besucht und bewertet. Am 17. Oktober heißt es dann: Daumen drücken. Denn an diesem Tag werden in Hannover die Preisträger geehrt. Da winken Preisgelder und unter anderem der Titel „Niedersächsische Bachperle 2016“.
Enorme Fließkraft
„Wir haben uns für die Planung auch alte Filmaufnahmen angesehen, um zu schauen, wie der Fluss ursprünglich verlief“, erklärte Salva der anwesenden Jury. Besonders erstaunt waren die Experten über die enorme Fließgeschwindigkeit der Wapel. „Da steckt richtig Dampf dahinter“, stimmte Salva zu.
