Friesoythe - „Wir haben einen Multitasking-Job“, sagt Martin Mucker vom Friesoyther Bestattungsunternehmen Mucker-Schüer: Von der Endfertigung des Sarges, dem Drucklayout der Trauerkarten und -anzeigen, über die Einkleidung und Einsargung des Verstorbenen bis hin zur Trauerbegleitung erledigen er und sein Vater Georg ganz vielfältige Aufgabenbereiche. „Seit 1906 hat das Bestattungsunternehmen seinen Standort in der Burgstraße“, sagt Georg Mucker. Ab 1970 wurde es von ihm als reines Bestattungsunternehmen weitergeführt und die Tischlerei am Standort aufgegeben. Seit 2003 ist nun auch Sohn Martin als verbandsgeprüfter Bestatter im Unternehmen tätig. Der gewährte im Rahmen der NWZ -Aktion „24-Türen“ Einblick in einen Leichenwagen.
Der mit Edelstahl und Kirschholzfurnier ausgekleidete Transportraum verfügt durch Fächer an den Längsseiten über ausreichend Stauraum, in dem sich die persönliche Schutzausrüstung der beiden Männer befindet, die immer zu zweit im Einsatz sind. Einwegoveralls, Überziehschuhe, Gummihandschuhe in verschiedenen Größen und ein Bergungstuch, mit dem Verstorbene beispielsweise aus einem höheren Stockwerk geborgen werden können, sind darin zu finden. Weiterhin gehört für die Erstversorgung des Verstorbenen ein Bestattungskoffer zum Inventar. Dieser enthält Kosmetik für den Verstorbenen, Desinfektionsmittel, Bürsten und Kämme, Nagelknipser, Nagelfeile sowie Watte. Zusätzlich können noch weitere Koffer hineingestellt werden, in denen sich beispielsweise Nähgarn und Kleber zur Erstversorgung der Wunden befinden.
Seit dem vergangenen Jahr ist der Wagen im Einsatz. Durchschnittlich haben die Bestatter etwa zehn Einsätze mit dem Fahrzeug im Monat, das sie nicht nur für den Transport eines Verstorbenen nutzen, sondern mit dem sie auch leere Särge abholen. Mithilfe einer Trage mit fahrbarem Untersatz holen die zwei Männer die Verstorbenen unter anderem vom Unfallort, Pflegeheim oder Privathaushalt ab und bringen sie umgehend zur Leichenhalle oder Krematorium. Des Weiteren dekorieren und bahren die Bestatter auch in Trauerhallen, Friedhofskapellen und Kirchen auf. Die Trage werde dabei im Wagen mit einem Spanngurt gesichert und die Bremse des Gestells festgezogen, erklärt Martin Mucker. „Auch wir müssen die Ladungssicherung einhalten.“
Per Knopfdruck ist auch eine indirekte Beleuchtung im Wageninneren möglich. „Das gibt einen würdigen Rahmen zum Abschied“, sagt der Bestatter. An den Innenseiten des Fahrzeuges sind zudem Lüftungsschächte angebracht, um die Kühlung des Verstorbenen zu garantieren. Dabei sei auch eine ausreichende Frischluftversorgung gewährleistet, sagt Martin Mucker.
