Bloh - Mitarbeiter der Niedersächsischen Landesforsten waren jetzt am Rande des Bloher Waldes im Einsatz: Dort wurde das aus Indien stammende Drüsige Springkraut abgemäht, das mit seinen violetten Blüten wunderschön anzusehen ist.

Doch bevor Blüte und Samenbildung einsetzen, haben Auszubildende des Forstamtes Neuenburg das etwas 1000 Quadratmeter große Vorkommen mit der Motorsense bearbeitet.

Wie es in einer Pressemitteilung der Niedersächsischen Landesforsten heißt, solle die weitere Ausbreitung des Indischen Springkrautes verhindert werden. Die Pflanze verdränge heimische Arten in den Gebieten Haaren und Wold. Mit dieser Aktion trage man seinem Auftrag Rechnung, Lebensräume gemäß der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der Europäischen Union zu schützen. Wie Stephan Nienaber von der Revierförsterei Oldenburg ferner ausführt, werde man fünf Jahre lang das Springkraut im Wold mähen, weil die Samen etwa fünf Jahre keimfähig blieben.

1839 soll, so heißt es ferner, das Drüsige Springkraut als Zierpflanze aus Indien kommend in England eingeführt worden und später auf das europäischen Festland gelangt sein. Aus den Gärten habe es schnell seinen Weg in die Natur gefunden, wo es nährstoffreiche und feuchte Standorte bevorzuge. Besonders problematisch seien Bestände des Indischen Springkrautes am Rand von Gewässern, von wo es sich mit dem Wasser rasant ausbreiten könne.

Im Gegensatz zum heimischen Springkraut werde das Indische Springkraut etwa mannshoch und habe auffällige violette Blüten. Einheimisches Echtes und Kleines Springkraut sei kniehoch und habe leuchtend gelbe, viel kleinere Blüten. Die spannende Art der Samenverbreitung sei jedoch gleich und habe fast jedes Kind schon probiert: Die reifen Kapseln sprängen bei Berührung auf, und die Samen würden durch die sich einrollende Samenhülle explosionsartig meterweit nach draußen geschleudert.


In Gebieten, für die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinien der EU gelten würden, dürfe sich die Situation für heimische Pflanzen und Tiere nicht verschlechtern, heißt es. Prinzipiell gelte das auch für andere nicht geschützte Lebensräume. Zu den bekanntesten Pflanzen, die wie das Indische Springkraut auch nicht in Mitteleuropa heimisch seien, eingeführt wurden und als Bedrohung für die heimische Fauna angesehen würden, gehörten u.a. auch die den Menschen beeinträchtigende Herkulesstaude, verschiedene Knötericharten und die Späte Traubenkirsche.

Doris Grove-Mittwede
Doris Grove-Mittwede Redaktion Westerstede