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plattgemacht werden sollen laut Udo Wilhelmy fast 58 Hektar Wald für das neue Gewerbe- und Industriegebiet. Dafür müssten dann irgendwo anders bislang landwirtschaftlich genutzte Flächen aus der Produktion genommen und angepflanzt werden. „Das kann nicht sein“, so Wilhelmy. Angesichts der vorhandenen Gewerbe- und Industrieflächen in der Umgebung sehen die Steinloger auch keinen Bedarf für das Areal.Steinloge/kd Die Gemeinde Großenkneten fahre ihren Nachbargemeinden nur ungern in die Parade, sagte Bürgermeister Volker Bernasko in der Planungs- und Umweltausschusssitzung in Großenkneten. Was die auf den Weg gebrachte Flächennutzungsplanänderung für das Gewerbe- und Industriegebiet Wildeshausen-West angehe, werde man sich allerdings etwas intensiver mit den Unterlagen beschäftigen.
203 Hektar Plangebiet
Laut Bernasko will Wildeshausen an der Autobahnanschlussstelle Wildeshausen-West, direkt an der Gemeindegrenze zu Großenkneten, ein 203 Hektar großes Areal als Gewerbe- und Industriegebiet ausweisen, wobei die reine Gewerbefläche 52 Hektar betrage, der Rest sei für Wald, Natur und Landschaft.
Steinloger besorgt
In der unmittelbar angrenzenden Großenkneter Bauerschaft Steinloge ist das Vorhaben der Wildeshauser mit großer Besorgnis aufgenommen worden, wie CDU-Ratsherr Ralf Martens und Bezirksvorsteher Udo Wilhelmy gegenüber der NWZ erklärten. Eine erste Info-Versammlung der Dorfgemeinschaft hat es gegeben. Die große Mehrheit der Anwesenden habe die Pläne der Wildeshauser in ihrer Nachbarschaft abgelehnt.
Wald wird abgeholzt
Die Stadt Wildeshausen wolle offenbar ein rund 58 Hektar großes Waldgebiet abholzen, um die Pläne zu realisieren. Diese naturbelassene Waldfläche sei Lebensraum für eine Vielzahl verschiedenster Tierarten. Dass der Wald zugunsten eines Industriegebietes mit erheblichen Lärm-, Geruchs- und Schmutzimmissionen beseitigt werden solle, treffe auf großes Unverständnis, so die Steinloger, die das Vorhaben ablehnen.
Auch wenn sich das Areal ausschließlich auf Gebiet der Stadt Wildeshausen befinde, seien neben den Bewohnern von Aumühle und Heinefelde auch die Steinloger Anlieger von einer Industrieansiedlung unmittelbar betroffen, hieß es.
Wohn- und Freizeitwert
In Steinloge gibt es neben landwirtschaftlichen Betrieben auch viele ehemalige Höfe, die ausschließlich für Wohn- und Freizeitzwecke genutzt werden. Diesen bestehende Wohn- und Freizeitwert sehen viele Einwohner gefährdet. Sie wollen sich jetzt intensiv über Beteiligungs- und Einspruchsmöglichkeiten informieren. Eine weitere Dorfversammlung soll anberaumt werden, um zu klären, wie die Dorfgemeinschaft bzw. Einzelpersonen ihre Belange in das anstehende Verfahren einbringen können. Ausgelegt sind die Pläne bis 11. Dezember.
