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Elsflether Werft kurz vor Insolvenz

NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Audi zahlt 800 Millionen Bußgeld

17.10.2018

Ingolstadt /Wolfsburg /Rüsselsheim Immer wieder „Dieselgate“ – und noch mehr Ärger für Audi: Der ehemalige Vorstandschef sitzt in Haft, der Autoabsatz bricht ein, und nun verhängt die Staatsanwaltschaft München auch noch ein saftiges Bußgeld. 800 Millionen Euro muss der Hersteller aus Ingolstadt für Verfehlungen im Abgas-Skandal zahlen.

Die Summe reißt ein Loch in die Bilanz der VW-Tochter, Audi senkte angesichts des Bußgelds seine finanziellen Ziele für das laufende Jahr. Wie deutlich die Erwartungen verfehlt werden, blieb zunächst unklar. Die Geldbuße akzeptierte man dennoch. Die Audi AG bekenne sich zu ihrer Verantwortung, hieß es in der Volkswagen-Mitteilung.

Auch die Porsche-Holding als VW-Mehrheitseignerin rechnet unter anderem wegen des Bußgelds 2018 mit einem niedrigeren Gewinn. Nach Steuern werde das Konzernergebnis zwischen 2,5 und 3,5 Milliarden Euro liegen, meldete die Porsche SE. Zuvor hatte die Dachgesellschaft den Korridor um 900 Millionen Euro höher angesetzt.

Analyst Frank Schwope von der NordLB geht davon aus, dass dies bei weitem noch nicht die letzten Zahlungen nach dem Diesel-Betrug waren. Weitere Bußgelder könnten weltweit anfallen. Der Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) und der ADAC hätten angekündigt, VW verklagen zu wollen. Dazu komme das Braunschweiger Kapitalanleger-Musterverfahren von Investoren, die nach dem Bekanntwerden der Abgas-Manipulationen viel Geld verloren hatten. All das könne für den Konzern weitere Belastungen von zehn bis 20 Milliarden Euro bedeuten, schätzte Schwope.

Die Geldbuße für Audi setzt sich laut VW aus dem gesetzlichen Höchstmaß einer Ahndung von fünf Millionen Euro sowie einer Abschöpfung wirtschaftlicher Vorteile in Höhe von 795 Millionen Euro zusammen. Doch bei den geschädigten Verbrauchern wird davon zunächst nichts ankommen. Laut Ordnungswidrigkeitenrecht fließen sowohl der Ahndungs- als auch der Abschöpfungsteil in solchen Fällen dem Staatshaushalt zu, wie Bayerns Justizminister Winfried Bausback (CSU) erklärte.

Schon die Geldbuße von einer Milliarde Euro, die die Staatsanwaltschaft Braunschweig in derselben Angelegenheit gegen VW verhängt hatte, ging an das Land Niedersachsen. Um die Verteilung hatte es einen erbitterten Streit gegeben.

Bausback forderte deshalb: „Geldbußen, die unsere Staatsanwaltschaften gegen Unternehmen verhängen, müssen künftig unmittelbar auch den Geschädigten zugutekommen. Es darf nicht weiter sein, dass Geldbußen gegen Unternehmen ausschließlich dem Staatshaushalt zufließen.“

Derweil fordert der FDP-Verkehrspolitiker Oliver Luksic im Abgasskandal angesichts eines bevorstehenden Rückrufs bei Opel ein härteres Durchgreifen der Regierung. „Opel mit PSA ist nicht der einzige Autohersteller aus dem Ausland, der auffällig ist“, sagte der verkehrspolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion. „Es muss auch eine Lösung für andere ausländische Hersteller auf den Tisch, die rechtlichen Grauzonen haben wohl alle gedehnt und teilweise überstrapaziert.“

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