Hude - Günther Pohl ist mit großer Leidenschaft bei der Sache. Am Dienstagabend referierte der Vechtaer im Gasthof Burgdorf über den „Lebensraum Moor“. Denn schon seit seiner Kindheit liegt dem renommierten Naturfotografen diese einzigartige Naturlandschaft besonders am Herzen, lebte er damals doch im „zweitletzten Haus vor der endlosen Weite der Natur“.
Der Referent beeindruckte mit Bildern vom „Lebensraum der tierischen und pflanzlichen Spezialisten“. Günther Pohl machte auf die immer stärker werdende Gefahr des Aussterbens der Moore aufmerksam: „Es gibt kein einziges lebendes, intaktes Hochmoor mehr in Niedersachsen, nur noch Bruchstücke“, berichtete er. Gleichzeitig zeigte er Bilder aus den 50er Jahren, die Hochmoore über ein Areal von über 40 Kilometern dokumentierten.
Durch die landwirtschaftliche und forstwirtschaftliche Nutzung der Moore würden diese unweigerlich zerstört werden. „Wenn die Pflanzenoberfläche fehlt, ist es kein Moor, sondern eine Torflagerstätte“, erklärte Pohl.
Sein Vortrag war der dritte dieser Art. Der Fotograf war dabei einer Einladung des Naturschutzbundes gefolgt, der mit dieser Veranstaltung, unterstützt von der Aktionsgemeinschaft für Hude (AGfH), einen Akzent im Rahmen seiner landesweiten Bemühungen um den Moorschutz setzen wollte.
Ziel der Veranstaltung sei wieder gewesen, für eine Gründung einer Ortsgruppe in Hude zu werben. „Wir haben so viel Zuspruch über die vergangenen Monate erhalten, nächstes Mal machen wir Nägel mit Köpfen“, kündigten NABU-Bezirksvoritzender Rolf Grösch und Geschäftsführer Rüdiger Wohlers an. „Es geht voran in Hude, jetzt ist die Zeit reif für eine Gründung“, erklärte Wohlers. Der Termin zur Gründungsveranstaltung werde in Kürze bekannt gegeben.
