Vechta - Wie kann das gleichberechtigte Miteinander in allen Lebensbereichen gelingen? Was kann jeder einzelne tun, um Inklusion zu verwirklichen? Diese Fragen haben Bürgerinnen und Bürger sowie Vertreter des Andreaswerks am Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung in der Manufaktur diskutiert. Die Veranstaltung „Café der Inklusion“ stand im Jubiläumsjahr der Aktion Mensch unter dem Motto „Schon viel erreicht. Noch viel mehr vor.“
Inklusion sei, „wenn anders sein normal wird“ definierte ein Teilnehmer. Unter anderem nahmen an dem offenen Gespräch der Bürgermeister der Stadt Dinklage, Heinrich Moormann, sowie der frühere Steinfelder Gemeindedirektor, Peter Möllmann, teil. Als Gesprächspartner hatte sich Matthias Warnking Geschäftsführer des Andreaswerks, zur Verfügung gestellt. Die Runde erweiterten Angehörige von Menschen mit Beeinträchtigung sowie aus verschiedenen beruflichen Sparten stammende Bürgerinnen und Bürger.
Im intensiven Austausch entwickelten sich konkrete Ideen, die zu einem gleichberechtigten Miteinander im Landkreis Vechta beitragen können. Immer wieder kam die Sprache auch auf Teilhabekreise, die eine inklusiv ausgerichtete gesellschaftliche Entwicklung stützen können. Teilhabekreise gibt es bereits in Holdorf, Steinfeld und Lohne. „Begegnung so früh wie möglich selbstverständlich machen“ führe zur gewünschten „Barrierefreiheit in den Köpfen und stärkenorientiert denken“, hieß ein weiteres Diskussionsergebnis.
Wichtig sei die „Orientierung am Einzelnen“. Im Vordergrund müsse stehen, was gelingt. Es gelte gleichzeitig, „Förderstrukturen übersichtlicher zu gestalten“ und „Ansprechpartner für soziale Fragen zentral in jeder Kommune zu haben – und nicht nur dezentral in der Kreisstadt“. Beispielsweise würden Schulbegleitungen durch Integrationshelfer finanziert, diese Mittel aber nur selten abgerufen. Insgesamt müssten neue Wege schulischer Inklusion gefunden werden, meinten die Teilnehmer einhellig.
Zusätzlich gelte es, Betriebe und Behörden stärker darüber zu informieren, welche Unterstützung und Förderung möglich ist, wenn Menschen mit Behinderung eingestellt werden.
Dazu dient unter anderem das Persönliche Budget, über das Stellen für Menschen mit Behinderung finanziert werden können.
