Essen/Oldenburg - Geht es nach der Bundesregierung, dann haben die guten alten Drehscheiben-Stromzähler bald ausgedient. Ab 2017 sollen sie schrittweise durch intelligente Stromzähler – sogenannte „Smart Meter“ – ersetzt werden. Das besagt ein Gesetzentwurf zur Digitalisierung der Energiewende.

„Der Gesetzgeber möchte durch intelligente Zähler erreichen, dass Verbraucher Strom sparen können. Die Hoheit über seine Daten soll aber immer der Verbraucher haben“, erklärt EWE-Pressesprecher Volker Diebels.

Von der Richtlinie seien Privatverbraucher zunächst nicht betroffen. Sie sieht ab 2017 eine Installation der „Smart Meter“ bei Großkunden mit einem jährlichen Verbrauch von mindestens 10 000 Kilowattstunden (kWh) jährlich vor.

Ab 2020 wird die Grenze auf 6000 Kilowattstunden jährlich gesenkt. Für niedrigere Verbräuche sehe der Gesetzentwurf bislang nichts vor, erklärt Diebels.

Um dieser Aufgabe gewachsen zu sein, haben die EWE AG (Oldenburg), die Rhein Energie AG (Köln) und die Westfalen Weser Netz GmbH (Paderborn) ihr Wissen im Messstellenbetrieb in dem unternehmensübergreifenden Projekt „GWAdriga“ gebündelt, das die Verantwortlichen am Dienstag bei der „E-world“ in Essen vorgestellt haben. Anwesend waren unter anderen der Technikvorstand der EWE AG, Ines Kolmsee, der Netzvorstand der Rhein Energie AG, Dr. Andreas Cerbe, und der Sprecher der Geschäftsführung der Westfalen Weser Netz GmbH, Dieter Kaiser.

„Eine mögliche gemeinsame Unternehmensgründung steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung von Anteilseignern und Aufsichtsgremien des Bundeskartellamts“, sagt Kolmsee. Sitz der Gesellschaft mit bis zu 20 Mitarbeitern soll in Berlin sein, sagt Kolmsee. Sogenannte Gateway-Administratoren sollen sich künftig um die anfallenden Daten kümmern und sie transportieren, ohne dabei Einblick in die Inhalte zu haben. „Es gibt strenge Datenschutzrichtlinien, an die wir uns halten“, sagt Diebels. Nur, wenn ein Kunde ausdrücklich die Daten über sein Nutzungsverhalten freigeben möchte, werde dies auch geschehen. „Das kann sich etwa positiv auf den Tarif auswirken“, erklärt Diebels.


Zusammen verfügen die drei Unternehmen über insgesamt 3,4 Millionen Zählpunkte und das Potenzial von rund 480 000 intelligenten Messsystemen. „Bei der EWE rechnen wir mit einem Rollout von bis zu 250 000 Messsystemen in besagtem Zeitraum“, erklärt Kolmsee.

Sabrina Wendt
Sabrina Wendt Thementeam Wirtschaft