Brake/Wesermarsch - Dezernatsleiter Matthias Wenholt setzt auf das Schneeballprinzip. Eine leichte Enttäuschung über lediglich 25 Interessierte bei der Auftaktveranstaltung zur Kampagne „Gut beraten: Energiesparen!“ konnte er nicht verbergen. Er ist sich aber sicher, dass „mehr und mehr Leute“ der Kampagne von Landkreis Wesermarsch, Klimaschutz- und Energieagentur sowie Verbraucherzentrale Niedersachsen beiwohnen werden, wenn diese sich rumspricht. Gelegenheiten dazu haben Hausbesitzer bis Ende November bei mehreren Veranstaltungen in (fast) der ganzen Wesermarsch.
Die, die am Dienstagabend den Weg ins Kreishaus gefunden hatten, erfuhren eine Menge über die energetische Sanierung von Altbauten. So verriet Wenholt, dass 30 Prozent des Energieverbrauchs in Deutschland auf Privat-Haushalte entfielen. Bei nicht sanierten Häusern kämen in zehn Jahren so schnell 31 000 Euro Energiekosten zusammen, bei einem sanierten seien es rund 6400 Euro. Mareike Koch von der Klimaschutz- und Energieagentur ließ wissen, dass 70 Prozent des Energieverbrauchs privater Haushalte auf den Bereich Hauswärme entfielen. „Hier ist also besonders viel einzusparen.“
Wichtig sei bei allen Überlegungen ein Fahrplan, so Marco Buchholz. Der Architekt und Bauphysiker informierte über Wärmedämmung, Heizungssanierung und andere technische Möglichkeiten. Er gab auch Tipps zu Fördermöglichkeiten (Kredite oder Zuschüsse) durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa). „Es wird immer mehr gefördert.“ Die Internetseite www.foerderdata.de sei eine gute Informationsquelle. Allerdings lohne sich eine Förderung nicht immer, da für das Geld mitunter mehr verlangt werde, als an Sanierung notwendig sei. Auf jeden Fall gelte bei Förderanträgen: erst informieren, dann beantragen und erst nach dem Bescheid loslegen.
Orientierung soll Hausbesitzern ein Gebäude-Check geben, Kernpunkt der Kampagne. Dieser umfasse, so Karin Merkel von der Verbraucherzentrale, eine Bestandsaufnahme vor Ort und einen Kurbericht. Der Check kostet im Aktionszeitraum Oktober und November aufgrund einer Förderung des Bundeswirtschaftsministeriums 20 Euro. Termine können unter
