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Dr. Torsten Staack ist Geschäftsführer der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) in Damme. Am Dienstag haben die Mitglieder einen neuen Vorstand gewählt.
FRAGE:
Mit welchen Problemen sehen sich Schweinebauern heute konfrontiert?
STAACK
: Die Bauern müssen einen Spagat schaffen: Auf der einen Seite müssen sie zu niedrigen Weltmarktpreisen produzieren, auf der anderen sind die Kosten hoch und steigen weiter. Futtermittel sind teuer und die Bauern müssen zudem eine Vielzahl von Auflagen erfüllen, zum Beispiel den Tier- und Umweltschutz betreffend.
FRAGE:
Vor der Mitgliederversammlung hatte die „Initiative Pro ISN“ Kritik geübt. Ist diese aus der Welt?
STAACK
: Die Initiative zeigt, wie lebendig die ISN ist– im Prinzip sind die Ziele aber deckungsgleich. Es geht aber um den Weg, wie wir diese erreichen. Einige Gemüter sind sicherlich noch erhitzt, aber nach den Wahlen haben wir einen guten Mix im Ehrenamt, so dass alle vertreten sind. Einigen Mitgliedern hatte es in der Öffentlichkeitsarbeit an Lautstärke gefehlt.
FRAGE:
Sie wollen „Ställe öffnen um zu zeigen, wie es wirklich ist“. Können Sie so Vorwürfe von Tierschützern aus dem Weg räumen?
STAACK
: Die Schweinebauern wurden unverschuldet schnell in eine Täterrolle gedrängt, z.B. beim Dioxinskandal. Wir wollen der Gesellschaft aktiv zeigen, was die Schweinehalter tun und warum sie es tun. Natürlich kann nicht jeder Stall jederzeit für alle offenstehen – auch aus (seuchen-) hygienischen Gründen. Ein Bauer ist immer auch daran interessiert, dass es den Schweinen gut geht. Wir setzen uns bei diesen wichtigen Themen, wie der Ferkelkastration, mit Tierschützern und den Ministerien an einen Tisch. Derzeit suchen wir gemeinsam nach Lösungsalternativen. Der Ausstieg aus der Ferkelkastration steht fest.