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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Internet als Chance für Einzelhandel

08.10.2014

Oldenburg „Geschäfte sind Mittelalter. Sie wurden nur gebaut, weil es kein Internet gab.“ Dieser provozierende Satz von Rocket Internet-Macher Oliver Samwer aus 2013 hatte seinerzeit für Diskussionen gesorgt – und ist unvergessen. Welche Rolle das Internet heute im Handel spielt und künftig noch spielen wird, damit hat sich das E-Commerce-Center (ECC) Köln in einer Studie befasst. Dr. Eva Stüber vom ECC hat die Ergebnisse bei der Oldenburgischen Industrie- und Handelskammer (IHK) vorgestellt.

Fest steht demnach: Ohne Internet geht es nicht, aber auch der stationäre Handel hat Bedeutung. Allerdings sei ein Umdenken vieler Unternehmer nötig: Von knapp 400 befragten Händlern aus der Region seien sich laut der Studie 82 Prozent darüber einig, dass man Maßnahmen ergreifen müsse, um dauerhaft wettbewerbsfähig zu bleiben – etwa mithilfe eines eigenen Internet-Shops.

Der Studie zufolge verfügten 57 Prozent der befragten Händler über keinen eigenen Online-Shop. Nur 44 Prozent hätten eine mobiloptimierte Website. Größte Hindernisse seien Zeit und Kosten.

Eine Herausforderung: „Kunden informieren sich zunehmend im Internet über interessante Produkte, sind aber bereit, anschließend im Fachhandel zu kaufen. Sie erwarten dann aber eine kompetente Beratung, die über ihr eigenes Wissen hinausgeht“, erklärt Stüber. Hier gebe es noch Nachholbedarf.

Der oftmals von stationären Händlern beklagte Beratungsdiebstahl käme zwar vor, laut der Studie aber zugunsten des stationären Handels, erklärte Stüber. 32,1 Prozent der Befragten kaufen demzufolge nach einer ausführlichen Recherche im Internet ihr Produkt lieber im stationären Handel. Nur 11,4 Prozent machen es umgekehrt. „Es ist immer noch attraktiv, ein Produkt direkt mitnehmen zu können und nicht auf den Versand warten zu müssen“, sagte Stüber.

Dass sich der stationäre Handel künftig stärker auf das Internet fokussieren müsse, belege die Studie jedoch. „Die Unternehmen müssen ihre Stärken ausspielen und diese möglichst ansprechend bewerben. Wer online nicht auffindbar ist, existiert für viele potenzielle Kunden gar nicht“, sagt Stüber. Die Studie zeigt nämlich auch, dass viele ältere Befragte zwar immer noch den Kauf beim Händler um die Ecke bevorzugen (52 Prozent), aber nur noch 23 Prozent der Unter-30-Jährigen und nur neun Prozent der so genannten „Smart Natives“ – die Generation Smartphone. Und das seien „die Kunden von morgen“, sagt Stüber.

Sabrina Wendt
Redakteurin
Wirtschaftsredaktion
Tel:
0441 9988 2042

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