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Interview „Fett macht eben nicht generell fett“

Horst Lohe

FRAGE:

Unzählige Diäten und auch Pillen sind auf dem Markt. Viele Menschen nehmen damit aber nicht nachhaltig ab – eher im Gegenteil. Welchen Ansatz zur erfolgreichen Gewichtsreduzierung empfehlen Sie?

ANKE PLATE

: Es kommt auf Empfehlungen an, die alltagstauglich und familienfreundlich sind – ohne Einsatz von Pülverchen und Drinks.

FRAUKE MARZINZICK

: Das Ganze darf nicht zu stark als Einschränkung oder gar Verzicht empfunden werden, weil es sonst nicht langfristig durchzuhalten ist.

FRAGE:

Kommt es dabei auf den individuellen Abnehmtyp an?

PLATE

: Ja, die Ernährung ist so individuell wie der Mensch selbst. Standardlösungen halten wir für wenig erfolgversprechend.

MARZINZICK

: Die Ernährung muss zum Menschen passen und nicht umgekehrt.

FRAGE:

Was kann konkret getan werden?

PLATE

: Früher hieß es: Fett macht fett, wir müssen Fette reduzieren, um abzunehmen. Aber das kann man so pauschal nicht mehr sagen. Bei einigen Menschen hilft es, bei anderen müssen weitere Faktoren berücksichtigt werden.

MARZINZICK

: Viele Menschen essen viel Obst, Brot, Nudeln, Kartoffeln, Vollkornbrot und trinken pure Fruchtsäfte und meinen, sie tun damit ihrem Körper etwas Gutes. Aber auch die darin enthaltenen Kohlenhydrate entpuppen sich häufig als Übeltäter und führen zur Gewichtszunahme.

PLATE

: Die Ernährungsweise ist häufig zu eiweißarm. Es werden zu wenig Milch- und Milchprodukte konsumiert. Dabei ist Eiweiß ein guter Sattmacher und optimaler Nährstofflieferant – insbesondere für Kalzium. Und Kalzium unterstützt die Gewichtsreduktion.

FRAGE:

Wie lässt sich diese Theorie auf dem Teller wiederfinden?

PLATE

: Es kommt auf die Kombination der Lebensmittel und die Portionsgrößen an. Beides muss individuell an den jeweiligen Abnehmtyp angepasst sein. Einen Manager muss ich anders beraten als einen Handwerker, eine Büroangestellte anders als eine Krankenschwester.

MARZINZICK

: Es kommt weniger aufs Kalorienzählen an und viel mehr auf die Auswahl der Lebensmittel. Durch das große Angebot auch indus-triell hergestellter Produkte entfernt man sich immer mehr von den nötigen Grundnahrungsmitteln.

FRAGE:

Können Sie einige allgemeine Tipps für jedermann geben, die sich leicht umsetzen lassen?

MARZINZICK

: Ganz wichtig ist es, ausreichend zu trinken. Wir empfehlen täglich zwei Liter kalorienfreie Getränke.

PLATE

: Das Frühstück ist ein ganz zentraler Punkt. Es sollte spätestens eine Stunde nach dem Aufstehen eingenommen werden. Zwei Stunden vor dem Schlafengehen sollte nicht mehr gegessen werden, weil der Stoffwechsel dann nicht mehr aktiv ist.

MARZINZICK

: Der Einsatz von Grundnahrungsmitteln sollte wieder mehr Bedeutung bekommen. Einfache Rezepturen sind zu empfehlen und ein kritischer Blick auf Fertigprodukte. Beim Nudelauflauf zum Beispiel kann man leicht auf bunte Tüten verzichten. Beim Müsli sind klassische Haferflocken mit frischem Obst und Joghurt allemal besser und auch billiger als Angebote der Lebensmittelindustrie.

FRAGE:

Wie wichtig ist Bewegung?

PLATE

: Eine Stunde täglich ist geboten. Das heißt nicht: eine Stunde Krafttraining oder Fitnessübungen, sondern 60 Minuten Alltagsbewegung wie zum Beispiel mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren, kurze Strecken zu Fuß zurücklegen, sich im Haus und im Garten betätigen. Das ist hilfreich bei einer Gewichtsabnahme.

FRAGE:

Worauf kommt es beim Essverhalten an?

PLATE

: Sich dabei an den Tisch zu setzen und sich Zeit zu nehmen. Ich sage immer: Schauen sie während des Essens nicht auf etwas Viereckiges wie den Fernseher oder ein Handy, das lenkt vom bewussten Essen ab.

MARZINZICK

: Das Besteck ist keine Waffe und darf auch mal abgelegt werden. Das hilft, die Essgeschwindigkeit zu reduzieren. Das Gehirn braucht eine gewisse Zeit, Sättigungssignale auszusenden.
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