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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Wird 2019 das Jahr der Kryptowährungen?

03.01.2019
Frage: Herr Krapp, wie hat sich der Kryptomarkt im Jahr 2018 entwickelt – insbesondere Bitcoin und Ethereum?
Matthias Krapp: Die Kryptowährungen sind extrem stark eingebrochen, der Bit­coin um circa 80 Prozent, ­Ethereum­ ebenfalls. Das heißt auch, dass sich das Volumen der Bitcoin von circa 600 Milliarden im Jahr 2017 auf rund 100 Milliarden im vergangenen Jahr verringert hat.
Frage: Wie wird sich der Kryptomarkt Ihrer Ansicht nach 2019 entwickeln?
Krapp: Auch 2019 bleibt der Markt unberechenbar und weiterhin spekulativ. Wenn etwas um 80 Prozent fällt, hat es den Anschein, dass es günstig ist. Dieser Denkfehler hat aber schon vielen Aktionären großen Schaden zugefügt. Wenn etwas beispielsweise von 20 000 auf 4000 fällt, sagt es nichts über den Wert aus. Es kann auch auf 2000 fallen, was für den Käufer auf der Basis von 4000 dennoch ein Verlust von 50 Prozent bedeutet. Da das Erzeugen – das sogenannte Schürfen von Kryptowährungen – hohe, fixe Kosten verursacht und dazu einen enormen Stromverbrauch erzeugt, ist der Boom auch zurückgegangen. Der jährliche Stromverbrauch der sogenannten Bitcoin-Miner wird auf 840 Gigawattstunden geschätzt. Zum Vergleich: Isländische Haushalte verbrauchen im Jahr rund 700 Gigawattstunden. Dabei handelt es sich um rund 350 000 Einwohner. Die derzeitige Produktion von Kryptowährungen ist also nicht mehr profitabel, sondern ebenfalls eine Spekulation auf steigende Preise, um gewinndeckend arbeiten zu können. Daher verabschieden sich viele Miner inzwischen aus der Produktion von Coins.

Experte für Vermögensberatung

Matthias Krapp ist Geschäftsführender Gesellschafter der Abatus Vermögensmanagement GmbH & Co. KG, die er vor zehn Jahren gründete. Zuvor war er 25 Jahre lang als Banker tätig. Die Abatus Vermögensmanagement hat ihren Hauptsitz in Dinklage.

Frage: Was raten Sie Einsteigern, die mit Kryptowährungen spekulieren möchten?
Krapp: Wir raten generell ganz davon ab, Kryptowährungen als Investition oder Geldanlage zu betrachten. Da der Bitcoin keinen „inneren Wert“ hat, sondern nur auf Vertrauen und Glauben aufbaut und auch kein Produktivkapital wie etwa Aktien darstellt, ist und bleibt es reine Spekulation. Wir sprechen daher auch keinen Anleger aktiv darauf an. Wenn, dann sollte nur „Spielgeld“ eingesetzt werden, und die möglichen Verluste sollte man persönlich verkraften können. Wir spielen nicht mit solchen Instrumenten und beteiligen uns nicht an Experimenten.
Frage: Wie schätzen Sie die Kryptowährung Ripple ein?
Krapp: Auch Ripple funktionieren letztendlich auf der gleichen technologischen Basis wie alle anderen Kryptowährungen. Die Investoren, welche als Initiatoren davon profitieren wollen, stehen vor den gleichen Herausforderungen wie auch Bitcoin Ethereum­ und andere.
Frage: Welche Risiken gibt es?
Krapp: Risiken gibt es sowohl auf technischer Seite, Stichwort Bitcoindiebstahl, aber auch wegen der extrem hohen Preisschwankungen.
Frage: Was bedeutet eine Regulierung für den Kryptomarkt?
Krapp: Die Regulierung von Kryptowährungen ist immer noch sehr problematisch. Unter Marktregulierung versteht man allgemein staatliche Eingriffe in wirtschaftliche Prozesse. Ein weiterer Zweck besteht auch im Verbraucherschutz. Um einen Prozess regulieren zu können, müssen staatliche Institutionen eingebunden werden, Vertrauen vorhanden sein und kriminelle Energien verhindert werden. Geldwäsche, Steuerflucht, Manipulationen, all dies muss verhindert werden. Derzeit ist das allerdings noch eines der größten Probleme der Kryptowelt. Der Kryptomarkt ist noch sehr jung. Es gab und gibt bisher nur wenige beziehungsweise keine eindeutige Regulierung für den Kryptomarkt. Auch werden sie als Währung etwa von der Deutschen Bundesbank nicht anerkannt.
Frage: Welchen Einfluss kann kontaktloses Bezahlen auf den Kryptomarkt haben und und welche Chancen sehen Sie in der Blockchaintechnologie?
Krapp: Kontaktloses Bezahlen ist wichtig, aber die Währung als solches ist dabei egal. Die Blockchaintechnologie wird die Welt verändern. Und zwar in Ausmaßen, die wir uns alle noch nicht vorstellen können – ob in der Autoindustrie, im Finanzwesen, in den Bereichen Gesundheit, Registersachen, bei Behörden, im Einzelhandel etc. Die Technologie besitzt Merkmale, die sich vor allem durch den dezentralisierten Aufbau auszeichnen. Daten oder Transaktionen werden nicht an einem Ort individuell gespeichert, sondern in Blöcken zusammengefasst. Die Blöcke befinden sich in mehrfacher Kopie auf verschiedenen Knoten im Netzwerk.
Sabrina Wendt Redakteurin / Wirtschaftsredaktion
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