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INTERVIEW Not fängt hinter der Hauptstraße an

Der Vorsitzende des Litauenausschusses der Kolpingfamilie spricht über seine Eindrücke. Die Unterstützung sei noch immer notwendig.

Von wilfried Leser

Frage:

Warum engagieren Sie sich für die Litauenhilfe?

Oltmann:

Seit vier Jahren bin ich in der Litauenhilfe aktiv und Vorsitzender des Litauenausschusses. Vor drei Jahren war ich das erste Mal in Litauen. Wenn man die Not und die Familien kennenlernt, dann packt einen das „Litauenfieber“ – man muss einfach wieder hin. Wir alle engagieren uns ehrenamtlich, nehmen sogar unseren Jahresurlaub für den Hilfstransport.

Frage:

Ist die Litauenhilfe eigentlich noch erforderlich?

Oltmann:

Auf jeden Fall. Es gibt in Litauen ganz Reiche aber auch viele Arme. Sobald man die Hauptstraße verlässt, fängt die Not an. Schlechte Wohnverhältnisse, hohe Arbeitslosigkeit und wenig Zukunftsaussichten für die junge Generation. Wenn man das sieht, dann muss man einfach helfen. Und wir haben die Möglichkeit zu helfen. Wir müssen einfach helfen.

Frage:

Wie sieht die Böseler Litauenhilfe aus?

Oltmann:

Man kann sagen, dass wir das ganze Jahr über aktiv sind. Die Hilfsgüter müssen gesammelt werden, Pakete gepackt werden, der Transport organisiert werden und vieles mehr.

Frage:

Wie ist der diesjährige Hilfstransport verlaufen?

Oltmann:

Die Fahrt war durch viele Baustellen und Staus sehr erschwerend. Allein für die Rückfahrt von Litauen nach Polen haben wir 16 Stunden benötigt. In Litauen haben wir vier arbeitsreiche Tage verbracht. Wir haben Pakete abgeliefert. Schulen, Altenheime, Kinderheime besucht und Hilfsgüter überreicht. Wir haben auch viele Familien besucht, um uns ein Bild vom täglichen Leben zu machen. In einem Kinderheim haben wir den Kindern Handarbeitsprodukte von Böseler Frauen überreicht. Die Kinder haben sich darüber sehr gefreut.

Frage:

Was hat Sie besonders bewegt?

Oltmann:

Das war der Besuch bei einer Familie, die ich noch von einem früheren Hilfstransport kannte. Sieben Kinder im Alter von vier bis 17 Jahren leben mit ihrem Vater in einer ärmlichen Bleibe. Die Mutter liegt sterbenskrank im Krankenhaus. Das sind leider keine Einzelschicksale, das haben wir dort mehrfach erlebt. Auch das spornt uns an, diesen Menschen weiter zu helfen.

Frage:

Es gibt also einen 12. Hilfstransport?

Oltmann:

Auf jeden Fall, die Vorbereitungen laufen demnächst an. Ich möchte aber zunächst allen Spendern, Sponsoren und Helfern für ihre Unterstützung danken. Ohne sie wäre ein Hilfstransport gar nicht möglich.
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