Delmenhorst - Uwe Pias ist weiterhin guter Dinge. Der Steuerberater aus Heide ist Sprecher einer Investorengruppe, die sich – wie berichtet – den Erwerb, den Umbau und die Nachnutzung der Hertie-Immobilie auf die Fahnen geschrieben hat. „Ich bin der Meinung, dass das in den nächsten drei Monaten über den Tisch gehen müsste“, sagte er am Mittwoch gegenüber der NWZ . Die kommenden Wochen werde er nicht ungenutzt verstreichen lassen, verspricht er, Gespräche mit der städtischen Baubehörde sowie potenziellen und potenten Mietinteressenten führen. Die Investorengruppe plant nach Pias’ Worten, den Komplex einschließlich Parkhaus „bis zum Rohbau runterzubauen und dann wieder aufzubauen“. Ins Erdgeschoss sollen Geschäfte einziehen, in die Obergeschosse Büros und Wohnungen.

Dieses Konzept für die Nachnutzung der in die Jahre gekommenen und für manche Fußgänger gerade in den Abendstunden Furcht einflößenden Immobilie begrüßt auch Margitta Spiecker. Sie ist Referentin für nachhaltige Siedlungsentwicklung bei der Delmenhorster Gruppe des Naturschutzbundes Deutschland (NABU). „Soweit möglich, sollte die vorhandene Bausubstanz des Hertie-Gebäudes genutzt und natürlich energetisch auf den bestmöglichen Stand gebracht werden“, schreibt Spiecker in einer Pressemitteilung. Die geplante Kombination sowohl wohnlicher als auch geschäftlicher Einrichtungen findet sie bestechend. So könne man urbanes Leben forcieren, meint die NABU-Referentin.

„Die Innenstadt“, so Spiecker, „tendiert gerade zu einem völligen Funktionsverlust und damit einhergehend verliert sie die Lebens- und Aufenthaltsqualität.“ Der Naturschutzbund plädiere schon seit Jahren für eine neue Planungskultur in Delmenhorst mit „durchmischten nachverdichteten Strukturen“. Neue Lebensstile stellten eben auch andere Anforderungen an die Planung.