Washington - Die Eurozone muss sich nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) längerfristig auf ein schwaches Wirtschaftswachstum einstellen. Zwar habe sich die Konjunktur in der Region zuletzt erholt, aber für die Zukunft gebe es derzeit kaum Aussichten auf eine weitere Verbesserung, heißt es in der aktuellen IWF-Prognose für die Weltwirtschaft, die am Dienstag veröffentlicht wurde.
Die Überalterung der Gesellschaft, geringe Investitionsbereitschaft und eine zu langsame Zunahme der Gesamtproduktivität seien die Hauptgründe. „Die Erwartung eines geringeren Wachstumspotenzials schwächt bereits heute Investitionen“, sagte IWF-Chefökonom Olivier Blanchard.
Auf kurze Sicht erhöhte der IWF allerdings seine Prognose für die Eurozone. Für dieses Jahr erwartet der Währungsfonds ein Wachstum von 1,5 Prozent, 2016 sollen es 1,6 Prozent sein. 2014 hatte die Wirtschaft lediglich um 0,9 Prozent zugelegt, im Jahr zuvor war der Währungsraum noch in der Rezession.
Auch für Deutschland verbesserte sich die Prognose auf 1,6 Prozent in diesem Jahr und 1,7 Prozent im kommenden. Die Werte sind 0,3 und 0,2 Prozentpunkte höher als in der Januar-Schätzung. Weltweit rechnet der IWF 2015 mit einem Wachstum von 3,5 und 2016 mit 3,8 Prozent. Im Vorjahr lag es bei 3,4 Prozent.
