JADE/OVELGöNNE - JADE/OVELGÖNNE - „Die Küstenautobahn ist keine Angelegenheit des Landkreises Wesermarsch.“ Baudirektor Rolf Lange von der Landkreisverwaltung legt Wert auf die klare Zuordnung von Zuständigkeiten. Der Landkreis, so Lange in einer Wirtschaftsausschusssitzung des Kreises, sei nur dadurch beteiligt, dass eine Trasse durch die Wesermarsch führe.

Dabei, so Lange weiter, habe der Landkreis „die Pflicht, seine Erkenntnisse bei den Planern einzubringen“. Das Ziel sei, dadurch die am wenigsten konfliktträchtigste Lösung zu bekommen. Der Landkreis mit seinen vielen Untersuchungen verfüge über hervorragendes „Grundlagenmaterial“; dieses gelte es, in die A-22-Planung einzubringen, betont Lange.

Bei einer Informationsveranstaltung vor Vertretern der von der A 22 betroffenen Landkreise und Kommunen in Cuxhaven wurde ein Zeitplan für die Küstenautobahn vorgestellt. Danach wurde die A 22 im Dezember 2004 in den Bundesverkehrswegeplan als „weiterer Bedarf mit besonderem naturschutzfachlichen Prüfungsauftrag“ aufgenommen. Bis zum Sommer 2005 soll die so genannte „Antragskonferenz“ stattfinden. Hier wird geklärt, was und in welchem Umfang für die Planung einer Küstenautobahn untersucht werden soll. Zudem werde hier der „Korridor“ für mögliche Autobahntrassen festgelegt.

Das Raumordnungsverfahren soll bis spätestens Mitte 2007 eingeleitet werden. Dies geschieht durch die Regionalbehörde Lüneburg. Das Verfahren endet mit der „landesplanerischen Feststellung“. Wenn diese erfolgt ist, entscheidet der Bund als Auftraggeber des Projekts über die endgültige Linienführung der Küstenautobahn A 22. Dies soll bis spätestens Mitte 2008 erfolgt sein. Danach beginnt der Genehmigungsentwurf; etwa ab 2013 rechnet Lange nach Erfahrungen bei ähnlichen Projekten mit dem Planfeststellungsverfahren.

Das Planfeststellungsverfahren werde aller Voraussicht nach beklagt; dies könne dann zu einer unkalkulierbaren Verzögerung der weiteren Planung führen.


Die von einigen Autobahngegnern bereits als festgelegte Trasse angesehene Linienführung wurde laut Lange entwickelt, um zu zeigen, dass im Vergleich zur A 20 auch die A 22 machbar ist. Ziel des Landkreises müsse sein, auf die Planung dahingehend einzuwirken, dass der Schutz von Menschen und Natur weitgehend berücksichtigt wird.