Bremen/Wilhelmshaven - Trotz eines schwachen ersten Quartals mit einem kräftigen Umschlagminus ist der Betreiber des Jade-Weser-Ports, der Eurogate-Konzern, optimistisch, was die Entwicklung des Tiefwasserhafens in Wilhelmshaven angeht. Zuversichtlich stimmte den Geschäftsführungsvorsitzenden Michael Blach vor allem, dass mit der „Ocean Alliance“, in der sich sechs Reedereien zusammengeschlossen haben, nun eine zweite der drei weltweiten Großallianzen den Jade-Weser-Port in ihr Netzwerk aufgenommen hat. „Das ist ein sehr großer Fortschritt und eine große Chance“, sagt Blach am Donnerstag auf der Bilanzpressekonferenz von Eurogate in Bremen.

Nachdem der Umschlag am Container-Terminal in Wilhelmshaven im Gesamtjahr 2016 gegenüber dem Vorjahr noch kräftig um 12,9 Prozent auf 481 720 Millionen TEU (Standardcontainer) gestiegen war, sackte er im ersten Quartal 2017 um 39,2 Prozent auf 79 746 TEU ab. Blach begründete dies damit, dass es in den ersten drei Monaten dieses Jahres, anders als noch im Vorjahr, praktisch keine ungeplanten Schiffsanläufe gegeben habe.

Mittel- und langfristig erwartet Eurogate aber ein weiteres spürbares Umschlagwachstum am Wilhelmshavener Container-Terminal. Ob das von der niedersächsischen Landesregierung erhoffte Ziel, das Volumen bis Ende 2018 auf rund eine Million TEU zu verdoppeln, allerdings erreicht werde, ließ Blach offen. Dies werde zwar „angestrebt“, verlässliche Aussagen, ob dies gelingen werde, ließen sich zum jetzigen Zeitpunkt allerdings nicht machen, sagte er.

Zurzeit beschert Wilhelmshaven der Eurogate-Gruppe noch immer Verluste. Für 2016 bezifferte Blach diese auf 20 Millionen Euro.

Insgesamt verzeichnete die Eurogate-Gruppe trotz einer Umbruchphase in der Containerschifffahrt und einer „bislang noch nie dagewesenen Konsolidierungswelle unter den Reedereien“ (Blach) aber ein stabiles Geschäftsjahr 2016. Der Jahresüberschuss des Unternehmens, das inzwischen zwölf Terminals in sechs Ländern betreibt, stieg um 3,3 Prozent auf 75,9 Millionen Euro. Die Umsatzerlöse legten um 8,1 Prozent auf 639,4 Millionen Euro zu.

Beim Containerumschlag verzeichnete Eurogate 2016 insgesamt ein leichtes Plus von 0,4 Prozent auf 14,61 Millionen TEU. In Deutschland konnte nur Wilhelmshaven spürbar zulegen. In Bremerhaven (minus 0,6 Prozent auf 5,49 Millionen TEU) und in Hamburg (plus 0,4 Prozent auf 2,27 Millionen TEU) stagnierte das Umschlagvolumen nahezu.


Für 2017 rechnet die Eurogate-Führung trotz eines weiter herausfordernden Marktumfelds mit einer soliden Entwicklung des Unternehmens. „Containerumschlag stabil, Ergebnis stabil, Beschäftigung stabil“, prognostizierte Blach.

Jörg Schürmeyer
Jörg Schürmeyer Thementeam Wirtschaft