JADE/WESTERSTEDE - Die Argumente pro und kontra Küstenautobahn sind hinlänglich ausgetauscht. Befürworter und Gegner der geplanten A 22 beharren auf ihren jeweiligen Standpunkten. Von Seiten der Politik und aus Kreisen der regionalen Wirtschaft freilich steht fest, dass die A 22 kommen muss. Ja, Planung und Bau der Küstenautobahn sollen forciert werden – so wichtig sei die Verbindung zwischen Westerstede und Glückstadt für die Verkehrsinfrastruktur des Nordwestens.
Eine Ansicht, die von den verschiedenen Bürgerinitiativen gegen die A 22 in den Landkreisen Ammerland, Friesland und Wesermarsch naturgemäß nicht geteilt wird. Sie zweifeln die Notwendigkeit dieser Verkehrsachse für den kommenden Seehäfenverkehr – insbesondere den Transport vom und zum Jade-Weser-Port in Wilhelmshaven – an und glauben auch nicht, dass die prognostizierten Verkehrszahlen den Bau der A 22 rechtfertigen.
„Die Landesregierung täte gut daran, sich nicht so weit aus dem Fenster zu lehnen“, sagt Gerd Warstat (Westerstede), Sprecher der Ammerländer Initiative. Da noch nicht einmal die Grundvoraussetzungen für die Realisierung einer Küstenautobahn geschaffen seien, könne man sich nicht sinnvoll für eine beschleunigte Planung einsetzen, sagt Warstat unter Bezug auf einen Beschleunigungs-Antrag, den die Landtagsfraktionen von CDU und FDP eingebracht hatten.
Der Förderverein „Pro A 22“ indessen hält das Beteiligungsverfahren durch die Regierungsvertretung in Oldenburg für großzügig und transparent, ohne dass die strittigen Punkte ausgeklammert worden seien. Der Verein rechnet nach Abschluss der Planfeststellung im Frühjahr 2009 mit einem Vorschlag des Landes für die endgültige Trassenführung.
Derzeit werden noch verschiedene Varianten für den Autobahnverlauf geprüft. Egal, wo es langgeht – den betroffenen Anliegern wird die Entscheidung kaum gefallen. Sie fürchten Eingriffe in den Naturschutz wie auch in die landwirtschaftliche Nutzung der anliegenden Flächen.
CDU und FDP in Hannover verschweigen dieses Problem keineswegs. Sie plädieren dafür, dass auch bei beschleunigtem Verfahren die Belange der Öffentlichkeit und des Naturschutzes nicht unter den Tisch fallen. Wie das allerdings in der Praxis aussehen soll, ist von den Fraktionen bisher noch nicht eindeutig beantwortet worden.
