JADERBERG - Nils Müller (26) arbeitet als Papiermacher in Varel, seine Freundin Julia Meiners (26) als Krankenschwester in Oldenburg. Da schien der Standort Jaderberg für ein Eigenheim gut gewählt zu sein, zumal Nils Müller auch aus Jaderberg stammt.

Das Paar kaufte im November 2009 von der Gemeinde einen Bauplatz in attraktiver Lage: Eschenweg 12. Und damit fing der Ärger an. Der Plan hatte vorgesehen, dass moorige Grundstück auskoffern und mit Sand verfüllen zu lassen. Als aber der Bagger das südliche Ende des Grundstücks erreichte, wackelten die Lampen im pfahlgegründeten Nachbarhaus. Die Nachbarn fürchteten um ihr Eigenheim.

Unter diesen Umständen wollte der Bauunternehmer nicht mehr weiter arbeiten, gab den Auftrag zurück. Die Bagger rückten wieder ab. „Es will auch kein anderer mit uns bauen; allen scheint das zu gefährlich“, sagt Nils Müller. Die jungen Bauherren strebten nun die Rückabwicklung des Kaufvertrags mit der Gemeinde an. Sie boten an, die Kosten dafür sowie für die Wiederherstellung des Grundstücks in den alten Zustand zu tragen.

Nach einem Gespräch mit Bürgermeister Henning Kaars machte sich Müller Hoffnung, dass der Plan gelingen würde. „Unter den damals genannten Umständen war ich dafür; so etwas darf ich aber nicht ohne den Rat entscheiden“, sagt Kaars. In nicht öffentlicher Sitzung folgte der Rat dem Bürgermeister mehrheitlich nicht. Angeboten wurde nur eine Kaufpreisminderung.

Die Gegner des Rückkaufs im Rat sind der Ansicht, dass das Grundstück sehr wohl zur Bebauung geeignet ist. Müller bestreitet das. Bei anderen Bauverfahren als dem ursprünglich gewählten, würden horrende Kosten auf ihn zukommen, fürchtet er.


„Das kann ich nicht beurteilen, ich bin kein Baufachmann“, sagt Bürgermeister Henning Kaars. Stand der Dinge sei, dass Nils Müller und Julia Meiners den Kaufpreis entrichten müssen. Das wollen die beiden auf keinen Fall und haben nun einen Anwalt mit der Klärung beauftragt.

Jan Lehmann Freigestellter Betriebsratsvorsitzender, Politik