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Natur Insektenhotel findet seinen Stammplatz

wbö

JADERBERG - Jäger im Einklang mit der Natur: Der Jaderberger Heinz Fiedler wird an diesem Mittwoch 85 Jahre alt. Fiedler sagt, dass er sich schon als Kind der Natur, in seiner westpreußischen Heimat bei Marienburg, sehr verbunden gefühlt habe.

Nach dem er 1960 den Jagdschein gemacht hatte, begann er, kleine Landflächen, so genannte Stückländereien, „Klein-Felder-Wirtschaft“, von fünf Besitzern, in Jaderaußendeich auf zu kaufen, um hier Biotope zu schaffen. In diesem Revier wurde er auch Jagdpächter.

Vor 50 Jahren waren in diesem Bereich nur ein kleiner Busch von einem Hektar sowie einige Einzelbäume vorhanden. Zehn Jahre später pachtete er in der Nähe fünf Hektar Hochmoor an, um die dort vorhandenen großen Heideflächen zu retten. Doch in der Landwirtschaft war rund umzu die Entwässerung angesagt – und die Heide „blutete“ (trocknete) aus. Hier stand auch eine Entbirkung an und es wurden Freiflächen für die Sonneneinstrahlung, für den Wildeinstand geschaffen. Diese Gesamtfläche blieb dann unberührt. Weitere sechs Hektar Wald wurden aufgeforstet. In diesem Bereich wachsen verschiedenartige Alpenrosen. Blühbeginn ist Ende April, sie geben bis in den Juni hinein ein farbenbuntes Bild.

Auch ein Insektenhotel hat seinen Stammplatz. Vor 20 Jahren wurde ein Kuhlenprogramm von der EU in Brüssel für neue und entmüllte Kuhlen aufgelegt. So entstanden in diesem Bereich mehrere Wasserflächen unterschiedlicher Größe. Für seinen Natureinsatz wurde Heinz Fiedler vor 15 Jahren mit dem Umweltpreis, überreicht vom damaligen Bürgermeister Friedrich Janßen, ausgezeichnet. Fiedler dachte an diesem Abend gleich weiter und erwarb ein anderthalb Hektar brach liegendes „Handtuchstück“ am früheren Schoolpad in Jaderaußendeich. Dort legte er eine Streuobstwiese an.

Umweltpreis erhalten

Die Gemeinde überließ dieses Stück pachtfrei, und mit Unterstützung der Landesjägerschaft und den hiesigen Jägern wurden hier 170 Obstbäume, alles alte Hochstamm-Sorten, von Apfel, Birne, Kirsche, Mirabelle bis Zwetschgen angepflanzt.


So entstanden im Laufe dieser Jahre durch Eigenanpflanzung und Anpflanzen auf Nachbargrundstücken etwa 30 ha Wald in einem Verbund. Die dazwischen liegenden Flächen wurden angepachtet, so dass sich große Ruhezonen ergaben. In diese Zonen wurden etwa fünf ha Wildäcker angelegt.

Veränderter Wildbestand

Veränderungen im Wildbestand, so Fiedler, haben sich über die 50 Jahre ergeben, durch den starken Anstieg der Rehwildbestände und in den letzten Jahren absinkenden Bestände an Hase, Ente, Kaninchen und Fasan. Fiedlers Begründung dafür: „ Umwelteinflüsse, moderne Bewirtschaftungsmethoden, aber besonders die starke Vermehrung von Raubwild und Raubzeug, wovon die Bodenbrüter am stärksten betroffen sind“.

Fiedler leitete als Vorsitzender mehr als 35 Jahre die Geschicke des Hegerings Jade. Etlichen Schulklassen hat er in Jaderaußendeich die Natur erklärt.

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