Altenoythe - Wenig hoffnungsvoll klangen die Prognosen der Jagdpächter über den Wildbesatz in den einzelnen Revieren des Hegerings Altenoythe im Hinblick auf die anstehende Jagdsaison. Sie hatten sich jetzt zur Herbstversammlung in der Gaststätte Dumstorff getroffen. Bei den Fasanen lautete die Einschätzung: „wenig bis nichts“. Die Hasenstärke wurde von „wissen wir nicht“ über „vielleicht“ bis „geht und gut“ beschrieben. Bei den Kaninchen lautete der Tenor: „Sie sind wieder krank“. Aus allen Revieren hieß es, dass der Fuchsbestand stark rückläufig sei, da das Tier an Staupe erkrankt sei. Der Dachs sei dagegen stark im Kommen. Zum Teil seien schon mehr Dachse als Füchse im Revier.

Erfreuliches wurde relativ wenig gemeldet. In einem Revier wurden einige wenige Rebhuhnketten gesichtet, in zwei benachbarten Revieren wurde die Fährte eines Wildschweines entdeckt, und nur beim Rehwild lautete die einhellige Meinung: „gut“.

In seinem Bericht lobte Hegeringleiter Hans Blome, dass dem Hegering dank der beiden Flurbereinigungsverfahren im Altenoyther Feld und Altenoythe/Hohefeld zehn Hektar Land für den Naturschutz überlassen worden seien. Die in drei Revieren gelegenen Flächen wurden bepflanzt. Vertreter der Kreisjägerschaft, die in Altenoythe tagten, waren bei einer Besichtigung von den Biotopflächen begeistert, hieß es.

Den Hegeringball mit einem Wildessen sowie einer Tombola mit kochtopffertigen Wildpreisen kündigte Blome für den 30. November an sowie für den 18. und 25. Januar Taubenjagden mit benachbarten Hegeringen.

Schießobmann Stefan Göken berichtete über den vierten Platz der B-Mannschaft bei den Kreismeisterschaften. Beim Hegeringschießen siegte Eugen Kramer vor Theo Meschkat und Jürgen Budde. Die Wanderplakette sicherte sich das Revier I, den Seniorenpokal konnte Helmut Lammers einheimsen. Hundeobmann Helmut Lübbers berichtete über 15 erfolgreiche Hundeprüfungen. Bläserobmann Ewald Lammers informierte über 39 Auftritte und Übungsabende. Naturschutzobmann Hermann Wreesmann gab bekannt, dass sich die Jägerschaft bei der Stadtverwaltung Friesoythe für den Erhalt, die Pflege und Wiederherstellung von Wegerandstreifen eingesetzt hätte (die NWZ  berichtete). Zudem plädierten die Jäger für eine Stärkung des Unterholzwuchses entlang der Wege.


Die Aufmerksamkeit der Altenoyther Jäger sicherte sich der Vizepräsident der Landesjägerschaft Niedersachsen, Josef Schröer, bei seinem mit großer Leidenschaft vorgetragenem Referat zum Thema „Artenvielfalt im Wandel der Landwirtschaft – Bleiben Hase, Fasan und Rebhuhn auf der Strecke?“. Schröer kritisierte die ohne Augenmaß auf Flora und Fauna vorangetriebene Entwicklung der Landwirtschaft, die von der Flurbereinigung über den Einsatz von Pestiziden und Insektiziden bis hin zu Biogasanlagen und den damit verbunden Monokulturen und deren Erntemethoden reichten. Neben den genannten Niederwildtierarten seien auch viele andere Tierarten fast aus der Natur verschwunden. Die Liste reiche vom Birkhuhn über Schnepfen, Kiebitz und Sperling bis zu den Insekten, und auch beim Niederwild sei „das Ende der Fahnenstange“ noch nicht erreicht. Er forderte mehr Biotope, Wallhecken, Blühstreifen und „Lerchenfenster“.