Bösel - Zurzeit werden viele Grasflächen erstmalig in diesem Jahr gemäht. Das macht auch dem Hegering Bösel etwas Sorgen. „Die ersten Kitze sind bereits gesetzt worden und sind hoch gefährdet“, sagt Hegeringsleiter Dominik Hempen. Mehr als 500 000 kleine und große Wildtiere finden jedes Jahr auf landwirtschaftlich genutzten Wiesen den Tod durch die Mähmaschine. Darunter seien allein über 90 000 Kitze. Noch schlimmer trifft es die auf Wiesen brütenden Vögel, deren Gelege durch die Mähwerke oder die Reifen der Traktoren zerstört werden. „Junge Rehe und Hasen suchen ihr Heil nicht in der Flucht, sondern drücken sich vor der Gefahr tief ins Gras. Somit haben diese Tiere keine Chance, dem Mähwerk zu entkommen“, so Hempen.
Der Jäger gibt einige Tipps, damit weniger Tiere dem Maschinen zum Opfer fallen. Die Landwirte sollten den zuständigen Jagdpächtern die Mähtermine mitteilen, damit die Jäger mit ihren Hunden die Kitze suchen und heraustragen können.
Bei einer Vergrämung der Flächen mittels Tüten, Säcken oder anderen Mitteln einige Tage vor dem Mähtermin werden die Ricken häufig veranlasst, die Kitze aus diesen Flächen zu locken und anderswo abzulegen.
Das Anmähen der Flächen durch den Landwirt wenige Tage vor der eigentlichen Ernte veranlasst das Wild auch, die Flächen zu verlassen. Die Fläche sollte von innen nach außen gemäht werden, damit das Wild die Chance erhält, nach außen zu flüchten.
„Erfolgreich wird das bereits in unserem Revier 6 b praktiziert“, freut sich Hempen. Hier funktioniere die Kommunikation zwischen Jagdpächter und Landwirt. Eine rechtzeitige Bekanntgabe der Mähtermine gibt den Jägern die Möglichkeit, sich für die systematische Absuche der betroffenen Felder zu organisieren. In diesem Jahr wurden in diesem Revier bereits 13 Rehkitze aus den Grasflächen gerettet. Die Kitze sollten keine menschliche Witterung aufnehmen. Etwas Gras zwischen den Händen während der Bergung helfe hier sehr gut. Das Kitz wird in den Windschutzstreifen oder in einem geeigneten Feld nebenan wieder abgesetzt. Ricke und Kitz finden sich mit Rufen wieder.
