Die Jagd wird in Deutschland immer beliebter. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der aktiven Jäger um zwei Prozent gestiegen. Die NWZ  sprach mit Jan-Bernd Meyerholz, Leiter des Hegerings Ganderkesee.

Herr Meyerholz, der Deutsche Jagdverband verzeichnet einen Rekordstand mit fast 370 000 aktiven Jägern. Können Sie diesen Trend auch für den Hegering Ganderkesee bestätigen?

MeyerholzJa, das kann ich bestätigen. Wir hatten vor einigen Jahren ein bisschen die Sorge, dass der Nachwuchs ausbleiben würde. Doch die Befürchtungen haben sich nicht bewahrheitet. Es haben sich in den vergangenen Jahren vermehrt junge Frauen und Männer dazu entschlossen, den Jagdschein zu machen.

Wie sind denn die Mitgliederzahlen zurzeit im Hegering Ganderkesee?

MeyerholzWir haben aktuell 195 Mitglieder im Hegering. Wir konnten in den vergangenen drei bis vier Jahren einen Zuwachs von etwa zehn Prozent verzeichnen. Es sind allerdings auch nicht alle Jäger Mitglieder im Hegering.

Worauf führen Sie diesen Anstieg zurück?

MeyerholzDer Trend in der Ernährung geht ja immer mehr in Richtung Naturkost und Wildfleisch. Selbst gejagtes Fleisch ist natürlich ein ganz hochwertiges biologisches Produkt. Die Jagd ist allerdings viel mehr als nur das Erlegen von Wildtieren. Zeit in der Naturlandschaft im Wald zu verbringen, das Beobachten des Wildes: All das macht die Jagd aus.

Sehen Sie das verstärkte Interesse an der Jagd auch im Wunsch nach Entschleunigung des oft hektischen Alltages begründet?

MeyerholzDas ist gut möglich. Bei der Jagd geht es ja, ähnlich wie beim Angeln, ruhig und entspannt zu.