Wüsting - Wozu dienen Tannenzapfen? Wie sieht ein Ameisenhügel aus? Und überhaupt: Wofür ist ein Wald eigentlich gut? Fragen, die wahrscheinlich nicht jedes Kind sofort beantworten kann. „Wir wollen dem entgegenwirken“, sagt Hans-Christ Herzer, stellvertretender Leiter des Hegerings Wüsting – und das wurde jetzt wieder getan.
Einmal im Jahr bereiten die Wüstinger Jäger unter dem Motto „Lernort Natur“ einen Ausflug in das Forstgebiet Hemmelsholz vor. Mit dabei waren wieder 20 Kinder des Kindergartens Wüsting, die im Sommer eingeschult werden. Herzer weiß, dass es im Alltag vieler Kinder nicht dazugehört, regelmäßig in den Wald zu gehen. „Die Interessen haben sich über die Jahre hinweg verschoben“, vermutet er. Umso schöner ist es für ihn und dem Organisationsteam zu sehen, dass die Kinder mit Begeisterung und vor allem Interesse in den Wald gehen.
Gerade im ländlichen Bereich sei den Kindern ein gewisser Hintergrund noch anzumerken. „Da war der Opa zum Beispiel auch selbst noch Jäger.“ Gemeinsam gingen die Kinder mit Jägern einen Parcours entlang. Um zu testen, wie gut sie die heimischen Waldtiere kennen, wurde zudem ein Quiz organisiert: Welche Tiere sind zu hören, was für Bäume zu sehen?
Außerdem gab es eine Suchaktion nach Wildpräparaten, die von Heiko und Ramona Klaener zuvor im Wald unter Büschen und Sträuchern platziert worden waren.
„Das macht das Ganze noch interessanter“, merkt Herzer an. Denn die Kinder sollen die Natur mit allen Sinnen, sprich nicht nur mit den Augen, erfahren.
Dass die zukünftigen ABC-Schützen durch diese Aktion auch außerhalb der Schulzeit mit der Familie vermehrt den Wald aufsuchen, glaubt der stellvertretende Hegeringsleiter zwar nicht. Aber darauf soll es in erster Linie auch gar nicht ankommen. Vielmehr möchten er und sein Team erreichen, dass die Erwachsenen von morgen die Grundlagen eines Waldes kennen lernen. Und dass sie verstehen, wie ein Jäger arbeitet. „Wenn die Kinder mich fragen, warum ein Reh geschossen werden muss, dann sage ich ihnen die Wahrheit“, erzählt er. Was aber vor allem deutlich werden soll: Der Hegering Wüsting ist da, um die Natur – die Tiere, den Wald –, zu schützen.
