NWZ
, die Ursachen für das Verschwinden des Niederwildes seien nicht ganz klar.Schulte und der Naturschutzobmann des Hegerings, Heinz Hinderks, sehen als eine der Ursachen für den Rückgang die Veränderungen in der Landwirtschaft. Rudi Schulte: „Wir brauchen wieder mehr Biotope und wenn es noch so kleine Flächen sind.“
Mit dem Beginn der Frühjahrsbestellung auf den Äckern appellierte Schulte an die Landwirte sowie an alle Grundstückseigentümer, gewisse Flächen nicht zu bewirtschaften, sondern der Natur zur Verfügung zu stellen. Für Schulte und Hinderks geht es längst nicht mehr darum, einen Fasan oder Hasen vor die Flinte zu bekommen, sondern um den Erhalt der stark bedrohten Populationen. Viele Revierinhaber hätten bereits auf Niederwildjagden verzichtet.
Auch der Wegfall von Stilllegungsflächen sei auffällig. Es gehe jetzt darum, wieder Lebensräume für Hasen und Fasane zu schaffen. „Den Landwirten gehört der Boden, wir können nur gemeinsam etwas erreichen.“ Bis vor wenigen Jahren seien naturnahe Wegeränder und Büsche als Rückzugsflächen für das Niederwild vorhanden gewesen. Dieses Bild der Landschaft habe sich jedoch rasant gewandelt, bedauert Hinderks. Brachflächen kämen wieder unter den Pflug. Doch damit verschwänden auch zahlreiche Rückzugsgebiete, die den Tieren der Kulturlandschaft das ganze Jahr über Deckung und Äsung bieten würden.
Verschärft werde die Situation durch den zunehmenden Anbau von Mais für Biogasanlagen. In einigen Jagdbezirken mache der Mais für Biogasanlagen mehr als 70 Prozent der Nutzflächen aus. Viele Flächen seien Monokulturflächen geworden. „So kann es nicht weitergehen“, sagte Rudi Schulte. Grundstücksbesitzer, Landwirte, Jagdpächter und Jäger sollten Strategien entwickeln, die zu mehr Rückzugsflächen für wild lebende Tiere führten. Dazu gehörten die Anlage von Wildäckern, Blühstreifen oder Uferrandstreifen.
