JEDDELOH II - JEDDELOH II - Rundfunk- und Fernsehtechniker hat er gelernt, verkaufte später Lichtpausgeräte und Mikrofilmanlagen. Nebenbei kompostierte er in selbst gebauten Folientunneln landwirtschaftliche Abfälle zu Naturdünger, entwickelte zuerst für den Eigenbedarf eine elektrisch betriebene Umsetzmaschine, ließ sie dann für den Verkauf bauen: Damit legte Friedrich Backhus den Grundstein für die Firma Backhus Kompost-Technologie mit Sitz in Jeddeloh II.

Das Unternehmen ist mittlerweile führend in Entwicklung und Produktion, weltweiten Vertrieb und Service von Spezialmaschinen für Grünschnitt-, Bioabfall-, Klärschlamm- und Baggerkompostierung, für Erden- und Substratherstellung, für die Deponierekultivierung, biologische Bodensanierung und die mechanisch-biologische Abfallbehandlung.

Die Kompostierung „per Mistgabel“, bei der zwei Menschen gut eine Stunde brauchen, um eine 30 Kubikmeter-Miete umzusetzen – das war Backhus‘ Sache nicht. Mechanisierung war gefragt, nur wie? Er tüftelte, las, forschte im Internet, holte Informationen ein, u.a. bei der Forschungsanstalt für Landwirtschaft in Braunschweig, konstruierte, und ließ von Erwin Poppen (Dorfschmiede und landwirtschaftliche Geräte) einen Kompostmietenumsetzer bauen. Das wachsende Umweltbewusstsein brachte Themen wie Kompostierung, getrennte Abfallsammlung, Bodenverarmung, Kritik am Torfabbau, die Suche nach Ersatzstoffen auf. Backhus hatte eine Marktnische entdeckt.

Die Produktpalette wurde vergrößert, Maschinen stetig in Qualität und Leistung weiterentwickelt. Bald gab es nicht nur den deutschlandweiten Verkauf, der Export kam hinzu. 1989 lieferte das Unternehmen die erste Umsetzmaschine nach Japan, zudem lief der Direktvertrieb in den USA erfolgversprechend an. „Wir bieten für jeden Anwendungsfall die passende Maschine, haben mehr als 400 Projekte in 40 Ländern realisiert“, sagt Backhus, der zwölf Patente hält und Patentanmeldungen in verschiedensten Ländern. Seine Kunden kommen u.a. aus der Landwirtschaft und Industrie, zudem ist Backhus Dienstleister für Erd- und Bodensanierung, arbeitet für Kommunen. Individuelle Lösungen gibt es für den Maschineneinsatz in Industrieländern mit hohen Umweltstandards und qualifiziertem Personal ebenso wie für Entwicklungsländer mit ganz anderen Anforderungen.

Ein Team von 37 Mitarbeitern ist am Firmensitz Wischenstraße 26 zu finden, die Produktion ist ausgelagert in die 500 Meter entfernte Firma Poppen Maschinenbau, wobei weitere Firmen aus der Region eingebunden werden. „Wir sind nicht von der allgemeinen wirtschaftlichen Krise verschont geblieben, aber 2004 konnten wir einen Umsatz von sechs Millionen Euro vorweisen, Tendenz steigend. Wir wollen die Umsetzerhersteller weltweit sein – ich sage nicht, dass wir das sind“, schmunzelt Backhus. „Bei der Kompostierung macht uns keiner etwas vor, wir sind quasi mit Bakterien per Du.“