Hude - Auf dem Hof von Frank Emken in Wüsting ist Geschichte fast spürbar – und das auf den ersten Blick. „Der Giebel ist denkmalgeschützt“, sagt der Landwirt und deutet auf den vordersten Stall. Hinter dem Giebel aber verfliegt der Eindruck, den die Fachwerk-Fassade vermitteln könnte. Emkens Kühe leben längst in High-Tech-Ställen. In die gewährte der Landwirt am Dienstag Mitgliedern der Huder FDP einen Einblick.

Frank Emken gehört bereits zur fünften Generation, die den Hof bewirtschaftet. Mit vier Generationen leben Emkens auf dem Gelände. Seit 1798 gibt es den Betrieb, seit 1902 gehört er der Familie. „Der Opa meines Opas hat den Hof damals gekauft“, sagt Frank Emken. Außer der Fassade ist wenig geblieben.

Ende der 60er Jahre gab es eine Flurbereinigung, der kleine Nachbarhof gehört seitdem ebenfalls Emkens, erzählt der Landwirt. „Das war der Grundstein dafür, dass wir uns so entwickeln konnten“, sagt Frank Emken.

Als er Kind war, wurden rund 40 Kühe auf dem Hof gemolken, sagt der Landwirt. Dann kam vor 25 Jahren der erste große Schritt – damals war Emken 14. Es wurde ein Boxenlaufstall gebaut. Der nächste Schritt folgte Anfang der 90er Jahre, als Emkens ein weiterer Betrieb mit 20 Hektar angeboten wurde. „Das war eine Herausforderung“, sagt der Landwirt heute. Aus dem Bauch heraus hätten sie sich damals dafür entschieden.

Seitdem ist der Hof immer weiter gewachsen – und das nicht immer ganz ohne Druck. „Du musst immer tüchtiger sein als andere“, sagt Emken. Damit die ganze Familie vom Milchviehbetrieb leben kann, waren mehrere Neu- und Umbauten nötig. Und die größeren Ställe hätten auch für die Kühe viel positives. „Man sieht, wie es den Tieren gut tut, wie sie sich entwickeln“, meint Emken. „Wenn die Kühe sich frei bewegen können, dann habe auch ich viel mehr Kontakt.“


Seit einem Jahr werden die Kühe von Robotern gemolken. 140 sind es inzwischen. Mit Bullen, Kälbern und Jungvieh kommt Emken auf etwa 400 Tiere. Sein Vater hilft inzwischen seltener, gesundheitlich sei nicht mehr so viel möglich wie früher, sagt Frank Emken. Deswegen arbeitet einmal in der Woche eine externe Arbeitskraft mit. Auch ein Auszubildender packt mit an. „Wir wollen auch einmal mehr Zeit für die Familie haben“, sagt Frank Emken. Auch für seine drei Kinder müsse der Betrieb attraktiv sein. Nur so könnte irgendwann auch eine sechste Generation den Hof bewirtschaften.