Landkreis - In die Diskussion um das Thema Gelber Sack oder Gelbe Tonne im Landkreis Oldenburg kommt weiter Bewegung. Nun hat die UWG/FWG-Gruppe im Kreistag beim Landrat beantragt, dass die Kreisverwaltung als öffentlich-rechtlicher Entsorgungsträger in den sieben Gemeinden und der Stadt Wildeshausen noch in diesem Jahr Informationsveranstaltungen zu diesem Thema abhält.

„Damit jeder Betroffene seine Meinung dazu vorbringen kann, sollten die Kommunen mit den Abgabenbescheiden einen entsprechenden Wahlzettel „Gelbe Tonne/Gelber Sack“ verschicken“, erklärt Gruppenvorsitzender Otto Sackmann (Ganderkesee).

Viele Bürger im Landkreis Oldenburg ärgern sich über die Gelben Säcke, wie die Berichterstattung in der NWZ  gezeigt hat. Die Gelben Säcke reißen schnell und nicht selten liegt der Müll auf dem Bürgersteig. Derlei Probleme gibt es mit der Gelben Tonne nicht. Allerdings hat nicht jeder Platz für eine vierte Tonne. In Oldenburg haben die Bürger seit 2003 die Wahl zwischen dem Gelben Sack und der Gelben Tonne.

Die Gelbe Tonne wäre eine sinnvolle Alternative zum Gelben Sack, meint die CDU in Hatten und schlägt die Kommune als Pilotgemeinde im Landkreis vor, um die Praktikabilität zu prüfen. Die Gelbe Tonne solle auf freiwilliger Basis eingeführt werden.

Parallel zwei Systeme zu betreiben, hält Eckhardt Hildebrandt (Wardenburg) von der FWG für wenig sinnvoll, da es das Abholen nur verkompliziere. Der Kreis müsse genau abwägen zwischen den Vor- und Nachteilen von Gelbem Sack und Gelber Tonne.


Dieter Hahn, Leiter des Amtes für Bodenschutz und Abfallwirtschaft beim Landkreis, gibt auf Nachfrage der NWZ  zu bedenken, dass der Landkreis gegenüber dem privatwirtschaftlich geführten Dualen System Deutschland nur ein „Bittsteller“ sei. Die Forderung nach einer Umstellung auf die Gelbe Tonne könne nur als Wunsch geäußert werden.

Der Vertrag zwischen Dualem System und dem Entsorgungsunternehmen Heinemann, das die Gelben Säcke einsammelt, gilt für den Landkreis noch bis Ende 2017. Dann werde neu ausgeschrieben. Vorher könne sich für den Landkreis ohnehin nichts ändern. Halte das Duale System weiterhin den Gelben Sack für wirtschaftlicher, lägen die Mehrkosten für eine Tonne, wenn diese denn unbedingt gewünscht sei, beim Landkreis, so Hahn.

Finanziert wird die Abfuhr über den Grünen Punkt beziehungsweise das Duale System Deutschland. Hersteller von Waren, die in Plastikverpackungen, Dosen oder ähnlichen Einwegbehältnissen verkauft werden, zahlen Gebühren an das System. Finanziert wird es aber letztlich vom Verbraucher, denn in jeder Grünen-Punkt-Verpackung steckt auch ein kleiner Anteil für die Entsorgung des Mülls.

Marén Bettmann
Marén Bettmann Redaktion Wardenburg
Christoph Koopmeiners Redaktion Cloppenburg