Bremen - Unkonventionelle Werbung, intensives Marketing sowie ein schneller und nachhaltiger Aufbau der Marke: Diese Gründe haben den Deutschen Marketing-Verband im Dezember 2012 veranlasst, Zalando zum Marketing-Preisträger des Jahres zu küren. Christof Schminke, verantwortlich für das strategische und Offline-Marketing, war am Dienstagabend auf Einladung der Marketing-Clubs Weser-Ems und Bremen nach Bremen gekommen, um die rasante Entwicklung nachzuzeichnen.

Zalando sei für die Kunden mehr als ein Online-Versandhaus von Schuhen, Mode, Sport- und Einrichtungsartikeln. „Wir liefern Glück in Kisten verpackt“, schmunzelte Schminke. Mit einer Mischung aus Mut, Kreativität und „zugegeben auch etwas Zufall“ habe es Zalando geschafft, sich binnen vier Jahren zu Europas größtem Online-Fashion-Einzelhändler zu entwickeln. 2012 betrug der Umsatz 1,1 Milliarden Euro – in Sachen Gewinn jedoch gab es „eine schwarze Null“, wie er auf Nachfrage verriet. 2009 betrug der Umsatz erst 6 Millionen Euro.

Allein im Erfurter Logistikzentrum lagern zehn Millionen Artikel – bei täglich 3,1 Millionen Besuchern der Zalando-Internetseiten aus den 14 europäischen Ländern, in denen die Marke aktiv ist, ein Muss. 1500 Marken werden abgedeckt. „Wir sind vergleichbar mit 60 Läden, die ein unterschiedliches Sortiment anbieten“, sagte Schminke.

Und welche Personengruppe bestellt bei Zalando? „Etwa 75 Prozent sind weibliche Kunden, das Durchschnittsalter liegt bei 35 Jahren“, sagt der Marketing-Experte. Das Durchschnittsalter der Männer sei dagegen etwas höher. „Sie wissen auch im Gegensatz zu den Frauen, was sie bestellen wollen und geben selten etwas zurück“, verrät Schminke. Generell liege die Retourenquote jedoch bei circa 50 Prozent. „Das ist okay. Viele bestellen sich ein Teil in mehreren Größen, behalten aber nur das passende“, erklärte Schminke diesen Wert.

Oberstes Ziel Zalandos sei es nun, sich in den 14 Ländern zu etablieren – damit weitere Kunden europaweit ihr „Glück in Kisten verpackt“ geliefert bekommen.