JEMGUM - Die Funken fliegen, und es riecht nach geschweißtem Metall: Wenn man durch die Werkshalle von MTK Kolbe im Gewerbegebiet am Emstunnel in Jemgum läuft, dann wird überall schwer gearbeitet. Und das an schweren Produkten. „Wir produzieren Einzelteile und Kleinstserien bis maximal 15 Tonnen Stückgewicht“, erklärt Geschäftsführer Uwe Kolbe.

Der 45-jährige Kolbe hat das mittelständische Unternehmen, einen Fachbetrieb „mit Spürsinn für die Bedürfnisse der Metall- und Ziegelindustrie“, 1998 gegründet. Mit fünf Mitarbeitern ging es los. Heute beschäftigt Kolbe 25 Leute, darunter vier Auszubildende. Doch der Chef behält bei allem dem Überblick und greift auch selbst ein: Egal ob Akquise von Kunden oder Reparaturen an Maschinen.

Und der Apener hat noch viele Ideen. Er will die Firma weiter ausbauen. „Ich würde gerne noch größere Teile produzieren. Dafür wird eventuell noch ein weiterer Standort nötig sein“, richtet er den Blick in die Zukunft. Für das jetzige Gelände gibt es schon konkrete Pläne. „Hier soll noch eine Halle stehen“, zeigt Kolbe beim Rundgang durch den Betrieb auf einen freien Platz auf seinem 10 000 Quadratmeter großen Gelände. „Und im Januar kommt eine neue Fräsmaschine“, berichtet er stolz. 550 000 Euro hat Kolbe dafür investiert.

Sein Erfolgsrezept sieht Kolbe in der Spezialisierung seines Unternehmens. Vor allem in den Qualifikationen wie dem großen Schweißnachweis. Denn: „Man muss sich von der Konkurrenz unterscheiden.“ Deshalb bildet Kolbe auch selbst aus. Denn Fachkräfte sind schwer zu finden. Ein weiterer Grund für den Erfolg: MTK Kolbe ist Zulieferer für mehrere Branchen. Los ging es 1998 mit Ersatzteilen für die Ziegelindustrie. Doch bald stellte Kolbe sein Unternehmen, in dem er seit 2001 hauptberuflich tätig ist, breiter auf und erweiterte sein Angebot auf die Metallindustrie. Seit zwei Jahren wird verstärkt für Firmen in der Windkraftbranche produziert. Vor allem im Off-Shore-Bereich. „Das macht mittlerweile 30 Prozent unserer Aufträge aus“, berichtet Kolbe. Dank der vielen Standbeine sei der Betrieb sehr gut durch die Wirtschaftskrise gekommen. Seit Oktober gehe es mit den Aufträgen wieder steil bergauf. Für 2011 habe er schon 50 Prozent des Gesamtumsatzes von 2010 als Auftragsvorlauf.

Das Pendeln ist für den Ammerländer kein Problem. Aber: „Das Unternehmen hätte auch in Apen stehen können.“ Man merkt Kolbe an, wie schade er es findet, dass er in seiner Heimatgemeinde keinen Bauplatz gefunden hat. „Die Gemeinde Apen hatte 1998 einfach keine freien und bezahlbaren Gewerbegrundstücke.“ In Jemgum dagegen fand er ein Grundstück in der richtigen Größe.