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Immobilie Jetzt ein Fall für Schnäppchenjäger

Horst Lohe

Grossensiel - Die ehemalige Traditionsgaststätte Haus Weserstrand am Hafen in Großensiel kann jetzt zu einem Fall für Schnäppchenjäger werden. Jedenfalls sind beim ersten Zwangsversteigerungstermin am Mittwoch im Amtsgericht Nordenham die Wertgrenzen gefallen. Beim nächsten Termin, der für Ende Februar/Anfang März anberaumt werden soll, muss der Zuschlag folglich nicht mehr bei einem Gebot von unter 50 Prozent des Verkehrswertes (87 500 Euro) versagt werden. Der von einem Gutachter ermittelte Verkehrswert beträgt 175  000 Euro.

Voraussetzung für den Wegfall der Wertgrenzen war, dass am Mittwoch ein Mindestgebot abgegeben wurde. In diesem Fall beträgt das Mindestgebot – zur Deckung der Gebühren, Auslagen und der Grundsteuerzahlung an die Stadt – 6013 Euro.

Die Zwangsversteigerung wird von der Bausparkasse Wüstenrot betrieben. „Will niemand bieten“, fragte ihr Vertreter am Mittwoch im Saal II des Nordenhamer Amtsgerichts, nachdem sich mehr als zehn Minuten nach Eröffnung der auf 30 Minuten begrenzten Bietzeit noch niemand gemeldet hatte.

„Das muss billiger werden“, antwortete einer der acht Besucher im Saal. „Dann müssen Sie ein Gebot abgeben, denn dann gibt es beim nächsten Mal keine Wertgrenzen mehr“, sagte dazu der Vertreter der Bausparkasse und fügte ermunternd hinzu: „Zumindest eröffnen Sie so die Möglichkeit, die Immobilie für 87  500 Euro erwerben zu können.“

Gebot über 10 000 Euro

Daraufhin bat ein Nordenhamer zum zweiten Mal um Unterbrechung und um ein zweites Gespräch mit dem Vertreter der Bausparkasse. Anschließend gab der Nordenhamer ein Gebot über 10 000 Euro ab.


Rechtspflegerin Claudia Uhlhorn versagte wie vorgeschrieben den Zuschlag, weil das Gebot unter 87 500 Euro blieb. Weitere Gebote wurden nicht abgegeben. Um 11.10 Uhr verkündete die Rechtspflegerin den Schluss dieses Versteigerungstermins.

Der Nordenhamer, der das Mindestgebot abgegeben und damit die Voraussetzungen für den Wegfall der Wertgrenzen beim nächsten Versteigerungstermin geschaffen hat, will in der Öffentlichkeit anonym bleiben und sich auch nicht öffentlich zu seinem konkreten Interesse äußern.

Die Bausparkasse Wüstenrot ist hinsichtlich des nächsten Versteigerungstermins, so sagte ihr Vertreter am Mittwoch auf Nachfrage der NWZ , zuversichtlich. Es sei davon auszugehen, dass mehrere Interessenten kommen werden, weil es sich um einen Fall für Schnäppchenjäger handele.

Die Eigentümerin des Hauses Weserstrand wohnt in Oldenburg. Sie hatte das Gasthaus im Dezember 2012 nach einem Trauerfall geschlossen und seither nicht wieder eröffnet. Das direkt am Deich gelegene Grundstück ist 2500 Quadratmeter groß. Das verklinkerte Gebäude hat eine Nutzfläche von 400 Quadratmetern und eine Wohnfläche von 200 Quadratmetern.

Zu der aus zwei miteinander verbundenen Gebäudeteilen bestehenden ehemaligen Gaststätte gehören ein großer Garten und ein Saal. In früheren Zeiten war das Lokal in exponierter Lage am Hafen ein beliebtes Ausflugsziel. Zwischenzeitlich wurden dort auch eine Discothek und später eine Kunstgalerie betrieben. Zuletzt war das Haus Weserstrand als Restaurant und Kneipe mit Saalbetrieb genutzt worden. Im Obergeschoss befinden sich Wohnräume.

Schäden nach Sturmtief

Stark in Mitleidenschaft gezogen worden war der leer stehende Gebäudekomplex am Großensieler Hafen vom Sturmtief Xaver im Dezember 2013. Auch auf Feuchtigkeitsschäden im Keller weist der Immobilien-Sachverständige hin. Er schätzt das Gebäudealter auf mehr als 100 Jahre.

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