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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Nach Machtkampf Mit Piëch: Jetzt ist Winterkorn für VW am Drücker

29.04.2015

Berlin Scheinwerfer an, Smalltalk auf der Bühne, der Chef strahlt - aber kein Wort zu den Turbulenzen der vergangenen Wochen. Bei der Eröffnung der umgebauten Hauptstadt-Repräsentanz in Berlin am Dienstagabend vor Hunderten Gästen hat Volkswagen-Vorstandschef Martin Winterkorn ein Heimspiel. Der Sieger des Machtkampfes bei VW redet über die Bedeutung des Standortes Deutschland, über autonomes Fahren - neben ihm Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD).

Doch einer fehlt: Ex-VW-Patriarch Ferdinand Piëch. Er war am Samstag auf dem Höhepunkt der gut zweiwöchigen VW-Führungskrise von seinem Amt als Aufsichtsratschef zurückgetreten. 15 Tage hatte der Konzern im Ausnahmezustand festgesteckt. Piëch gegen Winterkorn, so lautete das Duell. Doch Dienstagabend in Berlin? Kein Sterbenswörtchen zu der Krise. Winterkorn spricht noch über Fußball. Gabriel outet sich als Audi-Fan. Und dann ging es auch schon ans Buffett.

Berlin, Unter den Linden, Ecke Friedrichstraße - an dieser Top-Adresse eröffnete VW seine Hauptstadt-Repräsentanz. Das aber soll nicht nur eine Vertretung sein - sondern „Erlebnisstandort eines der modernsten Automobilkonzerne des 21. Jahrhunderts“. Das neue Forum heißt „Drive“ und zeigt Einblicke in die 12-Marken-Welt von VW.

Beim Umbau der Repräsentanz hat VW nach dem Motto gehandelt „Klotzen, nicht Kleckern“: Rund 450 Tonnen Stahl wurden laut Firmenangaben verbaut, 400 Kubikmeter Beton und 1400 Quadratmeter zusätzliches Mauerwerk. Die Innenarchitektur sei komplett verändert worden. Am Dienstagabend erstrahlte das „Drive“ in den Konzernfarben Schneeweiß und Neonblau. Oben auf der loft-artigen Empore standen Musiker und untermalten den Abend unten im fußballfeldgroßen Foyer. Alles ist wie immer, Krise hin oder her.

Als Höhepunkt des Ereignisses sollte am späten Abend als „Special Guest“ der britische Superstar Robbie Williams einen Kurzauftritt hinlegen, exklusiv für Hunderte geladene internationale Gäste. Seit Ende des vergangenen Jahres ist der Sänger VW-Werbestar, tritt in Werbespots für den Konzern als dessen „Marketingleiter“ auf.

Der Glanz des Berliner Abends kommt jedoch nach einer zweiwöchigen, erbitterten Schlacht in der Führungsspitze, die für eine Schockstarre bei VW gesorgt hatte - und auch die massiven Probleme des riesigen Konzerns auf die Tagesordnung gesetzt hatte: die gewinnschwache Kernmarke VW rund um die Modelle Golf und Passat, die im Berliner „Drive“-Forum prächtig ausgestellt werden, das angeschlagene Geschäft auf dem wichtigen US-Markt oder das fehlende Einstiegsmodell für Schwellenländer.

Vor rund zweieinhalb Wochen hatte Piëch die Führungskrise ausgelöst, als er „auf Distanz“ zu seinem langjährigen Wegbegleiter Winterkorn ging. Auch nach einem zwischenzeitlichen Burgfrieden versuchte Piëch nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur noch, die Porsches davon zu überzeugen, dass Winterkorn der falsche Mann sei. Aber vergeblich. Am Ende zog Piëch die Konsequenzen und ging - eine Zeitenwende bei Volkswagen.

Und so ist es Winterkorn, der am Dienstagabend als strahlender Sieger dasteht. Er wünscht sich noch als Fußball-Pokal-Finale „seine“ beiden Lieblingsvereine VfL Wolfsburg und Bayern München - und verschwindet in der VIP-Ecke. Was Robbie Williams am Abend noch singen sollte, war da noch unklar. „Swing, when you“re winning“ hätte gepasst.

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