Osnabrück/Im Nordwesten - Immer mehr Fastfood-Ketten entdecken den Lieferservice als Geschäftszweig. War es in der Vergangenheit noch Wunschdenken vieler Kunden, sich Speisen wie Hamburger, Pommes, Nuggets und Co. nach Hause liefern zu lassen, ist das inzwischen zumindest an einigen Standorten in Deutschland Realität.
Auch im Weser-Ems-Gebiet gibt es erste Projekte. In Osnabrück etwa bietet Christian Eckstein, einer der größten Fastfood-Unternehmer Deutschlands, seit zwei Jahren den McHome-Lieferdienst an. Mehr als 1700 Mal habe das Telefon beim ersten Testlauf geklingelt, 400 Bestellungen konnte sein Team damals abarbeiten, sagt Eckstein. Mittlerweile gehen im Schnitt zwischen 70 und 200 Bestellungen pro Tag ein.
Auch in Türkei aktiv
Eine Ausweitung des Lieferdienstes – etwa ein Angebot in Wildeshausen (Landkreis Oldenburg), wo Eckstein ebenfalls Franchise-Nehmer ist – sei vorerst nicht geplant, sagt er. „Es handelt sich um einen Langzeitversuch. Wir möchten den Dienst immer weiter verbessern“, erklärt er. In der Türkei etwa macht der Konzern rund 40 Prozent des Umsatzes mit dem Lieferdienst, sagt Eckstein. Vor allem Nachhaltigkeit sei ein Thema. Daher werden die Speisen und Getränke bei McDonald’s mit Elektrofahrzeugen zum Kunden gebracht, erklärt Eckstein.
McDonald’s Deutschland teilte auf Nachfrage dieser Zeitung mit, dass „wir die lokale Aktion unseres Franchise-Nehmers in Osnabrück mit großem Interesse verfolgen. Wir werden uns die dabei gewonnenen Daten des Tests in aller Ruhe anschauen und über die Erfahrungen mit dem Franchise-Nehmer austauschen“. Eine bundesweite Einführung des Lieferdienstes sei aber aktuell nicht geplant, heißt es.
Schnelles Essen bis an die Haustür ist auch bei Burger King ein Begriff. Seit Frühjahr 2014 testet das Unternehmen einen Lieferservice in Deutschland. Bundesweit wird der Dienst bislang in acht Restaurants angeboten, teilte das Unternehmen mit. In den kommenden zwei Jahren soll der Lieferservice in mehr als 200 Restaurants fester Bestandteil des Angebots werden, heißt es vonseiten des Unternehmens. Ob ein Restaurant im Nordwesten darunter ist, konnte Burger King noch nicht mitteilen.
Die Fast-Food-Riesen tummeln sich auf einem hart umkämpften Markt unter anderem mit lokalen und regionalen Pizzalieferanten wie Joey’s Pizza (bald Domino’s). Auch Pizza Hut hat den Lieferdienst für sich entdeckt. Man schätze diesen Bereich als „durchaus lukrativ“ ein, sagte Marketing-Managerin Jennifer Chur der Neuen Osnabrücker Zeitung (NOZ). Angestrebt werde ein „Wachstum mit Bedacht“, sagte Chur.
Einen Blick haben McDonald’s und Burger King auch auf Online-Dienstleister wie pizza.de, Lieferheld oder Lieferando. Die Seiten dienen als Bestellplattform für jeweils knapp 10 000 Bringdienste in Deutschland.
Online präsent
Kürzlich hat sich Lieferando die Zusammenarbeit mit Christian Eckstein in Osnabrück gesichert. „Wir hoffen, dass wir die Kooperation ausbauen können“, sagte Lieferando-Geschäftsführer Jörg Gerbig der NOZ.
Im Schnitt bestellten die Kunden für etwa 20 Euro. Für das Vermitteln der Bestellungen erhalten die Online-Plattformen um die zehn Prozent Provision. Für Eckstein ist das „eine Chance, einen völlig neuen Kundenkreis zu erschließen“, sagt er.
