Wildeshausen - Von seiner schönsten Seite hat sich in den vergangenen Tagen der Frühling gezeigt. Da kommt dem Spargelliebhaber natürlich schnell die Frage in den Sinn, wann er denn wieder mit seinem liebsten Gemüse rechnen kann. Schließlich sind warme Sonnenstrahlen, ein laues Lüftchen und trockener Boden ideale Bedingungen für das Wachstum des weißen Goldes.
Auf den Feldern der Spargelbauern rund um Wildeshausen sind bereits die Abdeckfolien ausgelegt. So auch bei Klaus-Dieter Ulrich aus Dötlingen. „Wenn wir Glück haben, gibt es den ersten frischen Spargel zu Ostern“, zeigt er sich optimistisch. Die frühen Sorten wie „Gynlim“ und „Cumulus“ seien bereits unter der wärmenden Haube. Doch es könne auch ganz anders laufen wie zum Beispiel im vergangenen Jahr, wo auf sonnige Tage nasskalte folgten, so dass Ulrich erste Mitte April anstechen konnte. „Das war eine Katastrophe, die uns einen Ernteausfall von knapp 30 Prozent beschert hat“, erinnert er sich.
Sobald das Wetter mitspielt, informiert Ulrich seine langjährige Spargelstechertruppe aus Polen, die dann „innerhalb von drei Tagen bereit steht“, so der Spargelbauer.
Noch keinen genauen Starttermin für die diesjährige Spargelernte mag Sonja Alfken aus Groß Köhren nennen. „Wir arbeiten mit der Natur, und die ist immer wieder für Überraschungen gut“, weiß die Spargelexpertin. Es sehe jedoch derzeit schon nach einer frühen Saison aus.
Sobald es im Februar trocken wurde, haben die Alfkens, die auf gut 20 Hektar Spargel anbauen, Schwarz-Weiß-Folie ausgebracht „Da kommt kein Licht durch, so dass kein Unkraut wächst und die Spargelspitze schön weiß bleibt“, sagt Sonja Alfken. Außerdem könne man mit der Folie die Dammtemperatur regeln, indem man entweder die weiße oder die schwarze Seite nach oben lege.
Über die Folie spannen die Alfkens einen Mini-Tunnel aus Drahtbügeln und durchsichtiger Folie, unter dem sich die Luft noch schneller erwärmt. „Das Ernteende steht ja fest, so dass man natürlich versucht, nach vorne etwas mehr Spielraum zu haben“, erklärt die Landwirtin.
Mit einem normalen Beginn der Spargelernte Anfang April rechnet auch Glenn Mahlstedt aus Holzhausen. „Alles hängt jetzt davon ab, ob der Regen kommt oder nicht“, sagt der Spargelbauer. Ausreichend kalt sei es für den Spargel im Winter auf jeden Fall gewesen, denn erst durch Frost und darauf folgende Wärme erhalten die Pflanzen den nötigen Impuls zum Wachsen.
Neben weißem Spargel hat der Hof Mahlstedt übrigens auch grünen im Angebot. „Der Anteil nimmt weiter zu, aber der grüne Spargel bleibt ein Nischenprodukt“, meint der Landwirt aus Holzhausen.
Mahlstedt freut sich übrigens jetzt schon auf das alljährliche Vergleichsessen mit Familie und Freunden. „Wir kaufen dann bei den Kollegen im Umfeld ein und sind jedes aufs Neue über die großen Geschmacksunterschiede erstaunt“, berichtet der passionierte Landwirt. Das müsse wohl mit der Bodenbearbeitung zusammen hängen.
Parallel dazu arbeitet Familie Mahlstedt weiter fleißig an ihrem beliebten Rezeptbuch, das gerade wieder in neuester Auflage erschienen ist und inzwischen rund 60 Rezepte umfasst. Ob als Bruschetta, überbacken, als Salat oder in der Nudelpfanne – die edlen Stangen schmecken Mahlstedt in jeder Form. Der erste Spargel wird jedoch ganz klassisch genossen– mit Kartoffeln und zerlassener Butter.
